geigerCrowd sammelt Strahlenmesswerte

Die desolate Informationslage über die Situation in Japan verärgert viele Menschen. Netzaktivisten kämpfen dagegen mit eigenen Plattformen.

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Wie Millionen anderer Menschen verfolgt Michael Horn aus Berlin seit dem 11. März gebannt die Nachrichten, die aus dem japanischen Erdbebengebiet über Monitor und Fernsehbildschirm flimmern. Sehr schnell begreift der 26 Jahre alte IT-Experte, dass sich auf dem Gelände des Atomkraftwerkes Fukushima eine weitere Katastrophe von viel größerem Ausmaß anbahnen könnte. Mittlerweile ist Horn selbst aktiv geworden, um die desolate Informationslage, die weltweit für Verunsicherung sorgt, abzumildern.

Horn, in Hacker-Kreisen als Nibbler bekannt, hat eine "collaborative sensor data sharing site" gegründet, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Der Name seines virtuellen Vorhabens – geigerCrowd – ist zugleich Programm: In Japan lebende Menschen sollen die Strahlung selbst mit einem mobilen Geigerzähler erfassen und das Messresultat zusammen mit der Position der Messung über eine Dokumentmaske eingeben, wo sie zusammengefasst und auf einer Karte übersichtlich dargestellt werden.

Fachleute sind zwar skeptisch, wie genau die Messwerte ausfallen werden. Der Ansatz von geigerCrowd ermöglich jedoch eine ungefähre Einordnung der Lage, insbesondere, wenn der Verdacht der Desinformation bestehe.

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(bsc)