NetFleet: Google hits the Road
Mit "NetFleet" steigt Google ins Zukunftsgeschäft Car-Sharing ein. Dabei setzt der Internet-Gigant auf audgeklügelte Geschäftsmodelle – so locken Preisnachlässe für Kunden, die Straßenzüge für StreetView filmen
- Peter W. Englisch
Mountain View (CA, USA), 1. April 2011 – Google will Streetview eine reale Dimension geben und steigt ins Car-Sharing ein: Das Angebot mit dem Titel "Google NetFleet" soll die übrigen Dienste des Anbieters ergänzen, wie das Unternehmen heute mitteilte. Vorausgegangen – aber bisher nie offensiv kommuniziert – gingen E-Car-Projekte mit umgebauten Plug-in-Hybriden auf Grundlage des Toyota Prius sowie Forschungen mit Roboter-Fahrzeugen der beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin.
Google fordert die GroĂźen heraus
Googles bisherige Erfahrungen mit dem Flottengeschäft sind auf den Betrieb von Kamerafahrzeugen beschränkt, mit denen Straßenzüge für Google Street View aufgenommen wurden und werden. Auch diese Erfahrungen sind in die neue Geschäftsidee eingeflossen – sie bestärkten das Unternehmen in jüngerer Zeit, dass sich auch in der "Real World" lukrative Geschäfte machen lassen. So dürfte der Plan nicht nur im Web für große Resonanz sorgen. Denn nach Daimler mit "Car2Go", BMW mit "DriveNow" und Peugeot mit "Mu" will Google beim Zukunftsgeschäft CarSharing dabei sein, freilich in ganz anderen Dimensionen. Dazu ist eine Kooperation mit einem bislang nicht genannten, großen Automobilhersteller geplant. Die Fahrzeugflotte soll zu 100 Prozent mit regenerativer Energie betrieben werden. Ob es sich um eine reine E-Auto-Flotte handelt, legte der Konzern heute nicht offen.
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Google setzt zukünftig massiv auf Car-Sharing. Kunden, die freiwillig Straßenzüge für StreetView fotografieren, dürfen mit attraktiven Preisnachlässen rechnen.
Die USA werden neu vernetzt
Laut Google hat auch die US-Regierung umfangreiche Unterstützung für das Projekt zugesagt. Mehr noch als in Europa haben die USA aufgrund der Flächenausdehnung des Landes ein vitales Interesse an neuen Verkehrsinfrastrukturen, die weiterhin einen Individualverkehr im heutigen Sinne zulassen. Angesichts der "Range Anxiety" im Umgang mit rein elektrisch betriebenen Autos sind dabei clevere Konzepte gefragt, um die in Nordamerika üblichen langen Strecken bewältigen zu können. In den Metropolen dagegen sind die Voraussetzungen in den USA vergleichsweise günstig, weil die Strecken mit reinen Elektroautos beherrschbar sind, anders als in Europa aber genügend Parkraum zur Verfügung steht.