Wiedeking berät Dübel-Fischer

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Von
  • ssu

Der Chef der Fischer-Gruppe, Klaus Fischer, hat den langjährigen Vorsitzenden des Porsche-Vorstands, Wendelin Wiedeking, in den Beirat seiner Unternehmensgruppe geholt. "Er ist dort rein beratend tätig und übernimmt keinerlei operative Aufgaben", sagte Fischer am heutigen Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Der sechsköpfige Beirat treffe sich viermal im Jahr und diskutiere über die Entwicklung des Unternehmens.

Wer noch in dem Beirat sitzt, wollte Fischer nicht preisgeben. "Das sind für uns Sparringspartner. Da wollen wir die Namen nicht an die große Glocke hängen." Das Handelsblatt hatte über die Benennung von Wiedeking berichtet.

Wendelin Wiedeking (geboren 1952) kam 1991 in den Porsche-Vorstand und war von 1993 bis 2009 dessen Vorsitzender.

(Bild: heise Autos/Archiv)

Der 60-Jährige Firmenchef wies Spekulationen zurück, die Personalie hänge mit der Übergabe der Firmenleitung an seinen 35 Jahre alten Sohn Jörg zusammen. "Mein Sohn ist schon seit fünf Jahren dabei und hat Anfang des Jahres das operative Geschäft übernommen." Er selbst besitze jedoch noch 98 Prozent des Unternehmens, das er erst nach und nach überschreiben wolle.

Klaus Fischer hatte vor 31 Jahren die Führung von seinem Vater, dem Firmengründer und Dübel-Erfinder Artur Fischer, übertragen bekommen. Auch dieser hatte die Firmenanteile in mehreren Stufen an seinen Sohn weitergegeben. Der Konzern verdient sein Geld in vier Geschäftsbereichen: mit Dübeln und Befestigungssystemen, dem Spielzeug Fischertechnik, Unternehmensberatung und nicht zuletzt Automotive Systems. Der Umsatz des Unternehmens mit Hauptsitz in Tumlingen im nördlichen Schwarzwald belief sich im vergangenen Jahr auf 582 Millionen Euro.

Wiedeking musste bei Porsche nach dem verlorenen Übernahmekampf mit Volkswagen Ende Juli 2009 seinen Hut nehmen. Der Manager hatte eine Abfindung von 50 Millionen Euro erhalten. Damit ist das Thema Porsche für ihn aber noch nicht erledigt. Die juristische Auseinandersetzung läuft noch. So ermittelt etwa die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Wiedeking wegen Untreue. (dpa) (ssu)