DivX Connected erst 2006
DivX Inc. will seine Streaming-Lösung erst im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt bringen.
Wie schon auf der diesjährigen CeBIT präsentierte DivX-Schöpfer Jerome "Gej" Rota DivX Connected nur hinter verschlossenen Türen. Als Streaming-Server-Software fungiert auf der IFA eine um den DivX-Connected-Stack erweiterte Version der Media-Center-Software Meedio im Zusammenspiel mit dem I-O Data AVeL LinkPlayer. Die Anwendung läuft zwar schon recht stabil, dennoch will DivX Inc. sie erst veröffentlichen, wenn die Firma mit genügend Hardware-Partnern aufwarten kann, die DivX Connected unterstützen. Im Klartext hieß es: "DivX Connected kommt irgendwann 2006".
Im Unterschied zu vielen anderen Anbietern setzt DivX Inc. nicht auf den UPnP-Standard zur Kommunikation zwischen Server-Software und Streaming-Client. Stattdessen bastelt DivX an einer kostengünstigeren Lösung, die lediglich einen DivX-zertifizierten Streaming-Client oder DVD-Player mit Netzwerkanschluss voraussetzt -- natürlich mit entsprechender Firmware-Anpassung. Die auf dem Streaming-Client präsentierte Bedienoberfläche wird Server-seitig in DivX kodiert und als Videostrom übertragen, den der Client wiedergibt. So lässt sich die Bedienoberfläche der steuernden Anwendung 1:1 als Videostrom übertragen, während die UPnP-basierten Geräte lediglich statische Navigationselemente erlauben. Dieser Ansatz gestattet es auch, beliebige Dienste (News, Wetterinfos etc.) bis hin zu Spielen über DivX Connected anzubieten. Als Beispiel führte Gej etwa den Ego-Shooter Unreal an, den die Entwickler spaßeshalber über DivX Connected auf die TV-Mattscheibe gestreamt hätten -- allerdings ließe sich das Spiel mit der Fernbedienung nur schwerlich steuern.
Spielt man ĂĽber DivX Connected ein DivX-Video mit MP3-Sound, wird es vom Server einfach an den Client durchgereicht, Gleiches gilt fĂĽr MP3-Songs und JPG-Bilder ebenso wie andere vom Chipsatz der Streaming-Box unterstĂĽtzte Formate. Im schlimmsten Fall ĂĽberfĂĽhrt eine Transcoding-Engine die Daten automatisch ins DivX Home Theater Profile, zum Beispiel wenn man eine vom Chipsatz nicht unterstĂĽtzte Mediendatei abspielen will.
Im Laufe des kommenden Jahres will die Firma ein Whitepaper und möglicherweise auch einen Beispiel-Stack herausbringen, sodass Drittanbieter schon vorab eigene Applikationen für DivX Connected vorbereiten können. (vza)