Popkomm zieht positive Bilanz
Nach langer Durststrecke macht sich in der Musikbranche vorsichtiger Optimismus breit. Mobilmusik und Mietmusik sollen neue Impulse bringen.
"Es geht wieder aufwärts - für den gesamten Musikmarkt", fasst Ralf Kleinhenz, Geschäftsführer der Popkomm, den Erfolg der diesjährigen Messe in Berlin zusammen. Gegenüber dem Vorjahr konnten die Veranstalter einen Ausstellerzuwachs von zwanzig Prozent verbuchen. In den Messehallen machte sich angesichts steigender Umsatzzahlen vorsichtiger Optimismus breit. Einer Umfrage zufolge bewerten 80 Prozent der Aussteller die Geschäftskontakte als positiv.
Besonders gespannt beobachtet man die Entwicklung der digitalen Vertriebsformen: In Deutschland wurden schon im ersten Halbjahr 2005 mit 8,5 Millionen mehr Songs über das Internet verkauft als im gesamten Vorjahr. Zu den klassischen Download-Diensten stoßen zudem die Download-Angebote über das Handy. Während Vodafone schon seit einiger Zeit Musik-Downloads auf das Handy anbietet, startete T-Mobile seine Mobile Jukebox auf der Popkomm und bietet seinen Kunden in Zukunft den parallelen Musikdownload auf Handy und PC. Auch O2 wird in Kürze den "Dual-Download" im Angebot haben.
Mit der Rückkehr von Napster als legalen Musik-Abo-Dienst noch in diesem Jahr steht die Branche kurz vor einem weiteren Meilenstein: Songs zum Mieten könnten dem Markt des digitalen Musikvertriebs zusätzliche Impulse verleihen -- wenn die Kunden das Konzept der Musikversorgung auf Zeit denn annehmen. Mit den angekündigten Download-Portalen von Saturn, Freenet und Medion wird es zudem interessante Shop-Neuzugänge geben. Musikdownload-Fans können sich auf einen heißen Herbst freuen. (sha/c't) / (se)