Bundestagswahl 2005: Keine klaren Machtverhältnisse

Die Bundestagswahl 2005 hat die in sie gesetzten Hoffnungen klarer Machtverhältnisse nicht erfüllt: Sowohl Rot-Grün als auch Schwarz-Gelb sind von einer absoluten Mehrheit deutlich entfernt.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die Bundestagswahl 2005 hat die in sie gesetzten Hoffnungen klarer Machtverhältnisse nicht erfüllt: Sowohl Rot-Grün als auch Schwarz-Gelb sind von einer absoluten Mehrheit deutlich entfernt. Ersten Hochrechnungen zufolge kommt die SPD auf unter 34 Prozent und verliert gegenüber 2002 nahezu 5 Prozentpunkte. Auch die CDU/CSU sackte ab und erreicht lediglich knapp 36 Prozent (minus 3 Prozentpunkte). Deutlich zulegen konnte hingegen die FDP: Mit mehr als 10 Prozent werden die Liberalen künftig als drittstärkste Kraft im Bundestag vertreten sein. Bündnis90/Die Grünen konnte den Stimmenanteil der letzten Bundestagswahl 2002 mit über 8 Prozent nahezu halten. Auch die neu gegründete Linkspartei kommt auf etwa 8 Prozent und verdoppelte damit das Ergebnis der PDS von vor drei Jahren.

Rein rechnerisch ist damit eigentlich nur eine große Koalition oder ein Bündnis mit mindestens drei Koalitionspartnern möglich. Insgesamt waren heute knapp 62 Millionen Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte am 1. Juli die Vertrauensfrage im Deutschen Bundestag gestellt, um damit den Weg für vorgezogene Neuwahlen zu ebnen. 151 von 595 Abgeordneten sprachen ihm damals das Vertrauen aus, 296 stimmten mit Nein, 148 enthielten sich der Stimme. Bundespräsident Horst Köhler löste daraufhin den Bundestag auf und setzte die Bundestagswahl für den 18. September an. Gewählt wurde allerdings nicht überall: Wegen des Todes einer NPD-Direktkandidatin stimmen rund 220.000 Bürger im Wahlkreis Dresden I erst am 2. Oktober ab.

Siehe zur Bundestagswahl 2005 auch: (pmz)