Zentimetergenaue Ortung in Räumen

Die australische Firma Locata will GPS-Löcher mit einem Netz aus kleinen Bodenstationen schließen.

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Dank des Satelliten-Ortungssystems GPS können Navigationsgeräte und Smartphones die Position eines Nutzers bis auf wenige Meter genau bestimmen. Ins Innere von Gebäuden reicht die Ortung bislang jedoch nicht hinein. Die australische Firma Locata will diese Lücken nun mit Hilfe eines Zusatzgeräts schließen: dem "LocataLite". In Gebäuden installiert, sollen die Kästen von der Größe eines Taschenbuchs Nutzer bis auf wenige Zentimeter genau lokalisieren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Ein LocataLite arbeitet ähnlich wie eine GPS-Station, die Signale aussendet. Das Gerät funkt allerdings im selben Frequenzspektrum wie WLAN. Es soll eine Fläche von mehreren Kilometern abdecken können. "Wir haben hier einen lokalen Verbund von Sendern, der so funktioniert wie die Satelliten im Weltraum", beschreibt Nunzio Gambale, Mitgründer von Locata, das System. "Nur ist es viel billiger und genauer."

In Australien wird die Technik bereits in der Boddington-Goldmine eingesetzt, um die Position der Bohrgeräte zu bestimmen. Denn in den Stollen werden die GPS-Signale vom Gestein blockiert. Die US-Luftwaffe will LocataLites außerdem auf dem Raketen-Testgelände White Sands Missile Range einsetzen. Dort sollen sie eine Fläche von 6474 Quadratkilometern abdecken. Für Städte eigne sich die Technologie wiederum, um "Ortungshotspots" anzubieten, fügt Gambale hinzu.

Im September will Locata technische Spezifikationen herausgeben, nach denen Hersteller von GPS-Empfängern passende Zusatzmodule bauen können. "Es ist wie in den Anfangstagen von GPS: Sobald es Empfänger im Chipformat gibt, wird sich die Technologie rasch ausbreiten", ist Gambale zuversichtlich.

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