Warum der Citroën DS3 erfolgreich ist
Citroen ist zufrieden: Der fesche DS3 hat sich bisher recht gut verkauft, die DS-Strategie scheint bisher aufzugehen. Der DS3 steht für einen modernen Automarkt, in dem Image und Chic mehr zählen als Technik
- Gernot Goppelt
Hannover, 10. August 2011 – Der Citroën DS3 wirkt fast wie ein Lehrstück dafür, wie die Automobilmarkt heutzutage funktioniert: Ende Juni 2011 registrierten die Franzosen die 100.000ste Bestellung weltweit, ein erfreuliches Ergebnis für die Franzosen, denn mit der DS-Reihe hat Citroën ungewohntes Terrain betreten.
Selbstbewusster Chic
Der DS3 ist nicht deswegen erfolgreich, weil er eine technologische Ausnahmestellung einnehmen würde. Er ist im Grunde ein modifizierter C3, nutzt eine bewährte Durchschnittsplattform, garniert mit gelungenen Farbtupfern, vielen Individualisierungsmöglichkeiten und einem Hauch Sport, wie er bei jungen Leuten gut ankommt. Funktionalität, neue Antriebe oder ein besonders tolles Fahrwerk stehen beim DS3 nicht im Vordergrund – warum auch, die Technik ist branchenweit auf einem hohen Niveau, eigene Plattformen in der Kleinserie kosten viel Geld, ein geschickt gemachtes Image deutlich weniger.
Warum der Citroën DS3 erfolgreich ist (4 Bilder)

In diesem Fall passt das Arrangement: Der Citroen DS3 ist ein fahrender Modeartikel und hat Erfolg damit.
Der DS3 hat seinen Erfolg in erster Linie dem Umstand zu verdanken, dass er spontan gefällt, modern, jungendlich und völlig undröge wirkt, etwa so, wie man es auch vom Mini oder vom Fiat 500 kennt. Auch die BMW-Marke und Fiat setzen auf einen schicken Auftritt und viele Individualisierungsmöglichkeiten, wobei die beiden Modelle in unterschiedlichen Segmenten unterwegs sind und sich kaum in die Quere kommen. Der DS3 dagegen, glaubt man beim Nachrichtendienst Bloomberg, könnte am Erfolg des Mini knabbern, weil er sogar mehr Platz hat und dabei deutlich preisgünstiger ist. Natürlich muss man dem Mini erst einmal seine Agilität auf der Straße nachmachen, doch vielleicht stehen derartige Qualitäten gar nicht so sehr im Vordergrund, zumal der Citroën für sich betrachtet auch in dieser Hinsicht nicht enttäuscht.
Weg von Brot und Butter
Es schien von außen betrachtet durchaus riskant, eine Modellreihe mit dem Kürzel DS auf den Markt zu bringen. Citroën hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Durchschnittsmarke entwickelt, weit diesseits vom Image der Déesse, die man ohne Weiteres zu den Top Ten der ewigen Autorangliste zählen kann – teils wegen der für die damalige Zeit fortschrittlichen Technik, andernteils wegen des schlicht und ergreifend herrlichen Designs. Doch Citroën wollte nicht den alten Erfolg kopieren, sondern über das Kürzel DS einzig die Exklusivität vergangener Zeiten wiederbeleben – mit völlig anderen, heutigen Methoden.