Papst-Limousine kommt unter den Hammer
Das kalifornische Auktionshaus Bonhams versteigert einen speziellen Lincoln Continental, der für einen Besuch Pauls VI. 1965 in New York angefertigt wurde und später auch Apollo-Astronauten beförderte
- Martin Schou
Carmel (Kalifornien/USA), 12. August 2011 – Am 19. August kommt beim kalifornischen Auktionshaus Bonhams ein besonderes Fahrzeug unter den Hammer: Es handelt sich um eine umgebaute 1964er Lincoln Continental Limousine, in der ganz erlauchte Passagiere befördert wurden.
Vom Vatikan bestellt
Gebaut wurde der Lincoln im Oktober 1965 auf Anfrage des Vatikan. Für einen Besuch Papst Pauls VI. in New York beauftragte die katholische Kirche den Automobilhersteller Ford, ein geeignetes Fahrzeug herzustellen. Von der Anfrage bis zur Parade am 5. Oktober 1965 in New York hatte der amerikanische Autokonzern nur zwei Wochen Zeit, um den Auftrag auszuführen. Als Basis diente ein Lincoln Continental, den die Firma Lehmann-Peterson modifizierte.
Papst-Limousine kommt unter den Hammer (6 Bilder)

Bonhams versteigert diesen besonderen Lincoln Continental von 1964.
Auf 6,40 Meter gestreckt
Der umgebaute Lincoln Continental hat einen Radstand von 4,06 Meter, das gesamte Auto misst knapp 6,40 Meter. Für Sicherheitskräfte wurden am Fahrzeug Trittbretter und Haltegriffe angebracht. Im Fond fällt der gegenüber den anderen Plätzen erhöhte Sitz für den Papst auf. Über Lautsprecher konnte das Kirchenoberhaupt zu den Gläubigen sprechen. Der Papst war auch von außen durch ein transparentes Verdeck zu sehen. Ein Schutzschild auf dem Dach sollte ihn vor eventuellen Angriffen schützen.
Auch Apollo-Astronauten an Bord
Nach dem päpstlichen Besuch wurde der Lincoln für Paraden von Würdenträgern an die Stadt Chicago ausgeliehen. 1968 nutzte der Vatikan das Sonderfahrzeug erneut für einen Ausflug des Papstes – dieses Mal nach Bogota, Kolumbien. Da der Einsatzort rund 2600 Meter über dem Meeresspiegel liegt, musste der Motor der Limousine gründlich überarbeitet werden. Der Sprit stammte von der Air Force und war normalerweise für Flugzeugmotoren vorgesehen. Der Lincoln Continental wurde ab Dezember 1968 auch für die Paraden der Apollo-Astronauten verwendet. Die Raumfahrer ließen sich von diesem Auto aus von der Menge in Chicago feiern. Welcher der Mondbesucher dabei auf dem erhöhten Papststuhl Platz nahm, ist nicht überliefert. Zu Beginn der 1970er-Jahre wurde das Fahrzeug eingemottet. (imp)