Bericht: BYD investiert kaum noch in Elektroautos
- Gernot Goppelt
Das Elektroauto e6 scheint selbst in China kein Erfolgsgarant zu sein
(Bild:Â BYD)
Wenn es um Elektroautos ging, fiel in den vergangenen zwei bis drei Jahren häufig der Name BYD – oder "Build Your Dreams", wie sich der chinesische Autobauer ausgeschrieben nennt. "BYD will Elektrobussenach Europa bringen", "Daimler und BYD bauen Elektroautos" oder "DerBYD e6 kommt 2011 auf den Markt". Die ausgewachsene Elektrolimousine soll übrigens eine Reichweite von 330 Kilometern haben, was selbst bei chinesischem Lohnniveau einen hohen Batteriepreis zur Folge hat.
Wie der Journalist Yang Jian von Automotive News China schreibt. muss BYD jetzt aber bei Elektroautos auf die Bremse treten. Das Unternehmen haben seine "falschen Hoffnungen" aufgeben, viele Elektroautos verkaufen zu können, und investieren deshalb zukünftig in Autos mit konventionellem Antrieb. Derzeit ist BYD laut Bericht zu sehr von Kleinwagen abhängig und sucht deshalb den Erfolg in höheren Fahrzeugklassen. Letzten Oktober stellte das Unternehmen die Limousine G3 vor, die in China 63.000 Yuan (derzeit knapp 10.000 US-Dollar oder knapp 7000 Euro) kostet. Seit Mai gibt es das SUV S6, das ab 90.000 Yuan zu haben ist.
BYD setzt nun stärker auf Autos mit konventionellem Antrieb – wie das SUV S6
(Bild:Â BYD)
Bisher hat BYD laut Yang Jian hunderte Millionen von Dollars in die Entwicklung von Elektroautos und Plugin-Hybriden gesteckt. Die Verkaufszahlen seien aber bisher erbärmlich gewesen. Das liege zum einen an den fehlenden Ladestationen in den chinesischen Metropolen, aber auch an den hohen Verkaufspreisen – trotz großzügiger Zuschüsse von staatlicher Seite.
Im Juni habe BYD mitgeteilt, dass man praktisch die kompletten 2,2 Milliarden Yuan (242 Millionen Euro), welche durch einen Anteilsverkauf eingesammelt wurden, in die Entwicklung und Produktion von Autos mit Verbrennungsmotor gesteckt werden sollen. Nur ein kleiner Anteil wird demnach für Elektroautos aufgewendet – und nichts davon für Hybridfahrzeuge. Nach Einschätzung des Autors ist das eine vernünftige Entscheidung: BYD "sollte nicht das Geld von Aktionären einsetzen, um seine Wetten auf Elektroautos zu verdoppeln", sondern zunächst einmal den Profit erhöhen. (ggo)