Garantiesystem für Elektro-Altgeräte geht an den Start

Die Servicegesellschaft des ITK-Branchenverbandes Bitkom bietet Elektronikherstellern ein Finanzierungskonzept für die Rücknahme und Entsorgung von Elektronikschrott an.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Die Servicegesellschaft des ITK-Branchenverbands Bitkom startet nach eigenen Angaben das bundesweit erste kollektive Garantiesystem für Elektro-Altgeräte und verspricht den vom Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), das im Februar verabschiedet wurde, betroffenen Firmen "unbürokratische und verlässliche" Unterstützung. Laut Bitkom schreibt das ElektroG den Unternehmen, die in Deutschland entsprechende Geräte vermarkten, vor, bis zum 23. November eine finanzielle Sicherheit gegenüber den Behörden nachzuweisen. Ab dem 28. September könnten sich die Firmen im Garantiesystem Altgeräte (GSA) anmelden, das die Bitkom-Servicegesellschaft gemeinsam mit der Industrie und dem Versicherungsunternehmen Zürich Gruppe Deutschland aufgebaut hat. Das System sei inzwischen durch die zuständige "Stiftung Elektro-Altgeräte-Register" (EAR) in Fürth offiziell anerkannt worden. Dort müssen sich die Hersteller und Importeure registrieren lassen und können hierzu auf die Dienste der GSG zurückgreifen.

Nach Einschätzung von Anja Olsok, Geschäftsführerin der Bitkom Servicegesellschaft mbH, sind vom neuen ElektroG rund 5000 Unternehmen betroffen. Demnach dürfen Hersteller und Importeure nach dem 23. November Elektro- und Elektronikgeräte nur noch dann an private Nutzer verkaufen, wenn sie auch die Rücknahme und Entsorgung sicherstellen. Auf den Geräten wird dafür ein Nachweis in Form einer gattungsabhängigen ID-Nummer angebracht. Für die Deckung der späteren Entsorgungskosten müssen die Firmen ab dem Stichtag auch jährlich eine insolvenzsichere Garantie nachweisen. Für kleine und mittlere Unternehmen sei das GSA attraktiv, weil sie so ihre eigene Kreditlinie schonen könnten. "Der Liquiditätsabfluss ist wesentlich geringer als bei individuellen Sicherheiten", hebt Geschäftsführerin Olsok die Vorteile gegenüber einem vom Unternehmen selbst erbrachten Sicherheitsnachweis per Treuhandkonto oder Bankbürgschaft hervor.

Laut Olsok muss jedes Mitglied einen Mitgliedsbeitrag von 940 Euro (1090 Euro inkl. MWSt.) zahlen, hinzu komme eine Versicherungsprämie, die sich nach der Kategorie und nach der "Tonnagemenge" der von der jeweiligen Firma vertriebenen Produkte richtet. Olsok schätzt, dass die Versicherungsprämie für kleinere Unternehmen unter 100 Euro im Jahr liegt. Die Versicherung tritt ein, wenn ein Gerätehersteller die Entsorgungskosten nicht mehr aufbringen kann -- zum Beispiel wegen Insolvenz oder Geschäftsaufgabe. Bitkom zufolge sind bereits "namhafte Hersteller" aus der Elektronikbranche in das GSA eingebunden, darunter Brother, Cherry, DeTeWe Systems, Deutsche Telekom, Fujitsu Siemens, Ingram Micro Distribution, Kyocera Mita Deutschland, Motorola, Sony, Toshiba Europe und der Mobilnetzbetreiber Vodafone D2. Diese Firmen hätten ihre Bereitschaft erklärt, in einem Beirat des GSA mitzuwirken. (ssu)