VATM: DSL sorgt fĂĽr Wachstum auf dem deutschen Telecom-Markt
Die Zahl der DSL-Anschlüsse steigt nach Schätzungen des Branchenverbands VATM im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 10,2 Millionen zum Ende dieses Jahres.
Der Markt für Telekommunikation in Deutschland wird 2005 im Wesentlichen durch das blühende Geschäft mit Breitbanddiensten angetrieben. Zum Jahresende soll sich nach der neusten Marktstudie des Branchenverbandes VATM und der Unternehmensberater von Dialog Consult die Zahl der DSL-Anschlüsse um 50 Prozent auf 10,2 Millionen erhöhen. Insgesamt werde der Gesamtmarkt um rund 4 Prozent auf 67 Milliarden Euro ansteigen, berichtet dpa.
"Wettbewerb schafft Wachstum und Investitionen", lautet die Einschätzung von Gerd Eickers, Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten. Zugleich bringt der harte Preiswettbewerb im DSL-Geschäft den Mittbewerbern der Deutschen Telekom steigende Marktanteile, während Gewinne und Kundenwachstum bei T-Online zurückgingen.
Getragen wird das Wachstum im Telekommunikationsmarkt nach Einschätzung des VATM von den Wettbewerbern der Deutschen Telekom. Auf sie entfielen in diesem Jahr voraussichtlich Umsätze im Werte von 32,6 Milliarden Euro. Das ist fast die Hälfte des gesamten Marktvolumens von 66,9 Milliarden Euro: Hiervon entfallen der Studie zufolge 25,0 Milliarden Euro (37,4 Prozent) auf das Festnetzgeschäft der Deutschen Telekom, 12,1 Milliarden Euro (18,1 Prozent) auf deren Festnetz-Wettbewerber. Weitere 9,3 Milliarden Euro (13,9 Prozent) gehen auf das Konto von T-Mobile Deutschland und die übrigen Mobilfunkanbieter kamen auf zusammen 20,5 Milliarden Euro -- entsprechend 30,6 Prozent des gesamten Telecom-Gesamtmarkts einschließlich Datendienste, Mietleitungen und Endgeräte, jedoch ohne Umsätze aus der Verbreitung von Kabelfernsehen. Das Aufkommen von Discount-Angeboten im Mobilfunk und der damit verbundene Rückgang der Minutenpreise führt nach Einschätzung des VATM zu einem deutlichen Anstieg der mobilen Verbindungsminuten: Der Verband schätzt, dass die Handy-Nutzer 2005 mit täglich 118 Millionen Minuten im Schnitt knapp 16 Prozent länger als 2004 telefonieren.
Nach wie vor sei die Deutsche Telekom der Platzhirsch in der Branche, betonte Eickers. Eine Regulierung des Unternehmens -- vor allem bei den Vorprodukten -- durch die Bundesnetzagentur mĂĽsse es deshalb weiterhin geben. An der Telekom halten Bund und die staatliche KfW-Bankengruppe insgesamt noch 37 Prozent der Anteile.
Erfolge verzeichnen die Wettbewerber in diesem Jahr vor allem im Festnetz: Mit insgesamt 442 Millionen Verbindungsminuten pro Tag schließen sie praktisch zum Marktführer Telekom auf, die täglich insgesamt 455 Millionen Minuten vermittelt. Nach den Umsätzen beträgt der Marktanteil der alternativen Carrier aber nur ein Drittel oder 12,1 Milliarden Euro. Torsten Gerpott, Leiter der Dialog Consult, begründete den Unterschied zwischen Minutenaufkommen und Einnahmen mit den günstigeren Angeboten der Telekom-Konkurrenten.
Mit mehr als 1,5 Milliarden Euro treiben die Mobilfunkdienste das Investitionsvolumen der Wettbewerber an, Festnetzwettbewerber investierten rund eine Milliarde Euro in Sachanlagen, die Deutsche Telekom der Studie zufolge 2,8 Milliarden Euro. Damit steigen die Investitionen nach zwei mageren Jahren im TK-Geschäft wieder an, bleiben mit insgesamt 5,3 Milliarden Euro jedoch noch deutlich unter den Investitionsvolumina von 7,1 Milliarden Euro 2002 und 11,5 Milliarden Euro im Rekordjahr 2001. Mit für 2005 geschätzten 50.500 Mitarbeitern bei den nicht zur Telekom gehörenden Festnetz- und Mobilfunkanbietern steigt deren Zahl laut VATM ebenfalls zum ersten Mal seit 2001 wieder leicht an, bleibt aber ebenfalls weit hinter dem damaligen Spitzenwert von 61.500. (ssu)