Autoschlüssel mit eingeschränkten Nutzerrechten und Notrufsystem
Ford zeigt auf der IFA programmierbare Autoschlüssel, die Raser bändigen sollen. Nach den USA kommt "MyKey" 2012 im kompakten Focus nach Europa. Dann ist auch ein automatisches Notrufsystem erhältlich.
Während die Vorbereitungen der Autobauer auf die Mitte September beginnende Internatiomnale Automobilausstellung IAA in Frankfurt am Main auf Hochtouren laufen, nutzte Ford vorab die Berliner IFA, um neue Sicherheitsfeatures für seine europäischen Modelle zu präsentieren, die eng mit der Fahrzeugelektronik verzahnt sind: MyKey und eine automatische Notruffunktion für die Kompaktklasse.
(Bild: Ford)
Das in den USA schon angebotene System MyKey ermöglicht, je nach benutztem Fahrzeugschlüssel, bestimmte Funktionen wie zum Beispiel die Höchstgeschwindigkeit zu begrenzen oder eine Deaktivierung von Assistenzsystemen wie dem Schleuderschutz ESP zu unterbinden – etwas spöttisch könnte man das System eine elektronische Spaßbremse für Teenager nennen, die eine risikogeneigte Fahrweise im Ansatz unterbinden soll. Ist jemand nicht angeschnallt, bleibt das Autoradio stumm, basta. Aber auch für Fuhrparks sind derlei Eingriffsmöglichkeiten interessant, da die individuelle Programmierung der Autoschlüssel auch beim Spritsparen hilft, indem Mitarbeitern mit allzu forschem Fahrstil ein Tempolimit verordnet wird. In Europa soll das System ab dem kommenden Jahr erhältlich sein.
Eine weitere Neuerung ist bei Ford eine automatische Notruffunktion, die Alarm gibt, wenn Airbags ausgelöst haben oder die Benzinzufuhr automatisch unterbrochen wurde. Dabei liest das System aus dem bordeigenen Navigationssystem die GPS-Koordinaten des Autos aus und leitet sie an die Notrufzentrale weiter, auch wenn die Fahrzeuginsassen dazu nicht mehr in der Lage sein sollten. Voraussetzung ist, dass das Infotainmentsystem mit einem Mobiltelefon verbunden ist.
(Bild: heise Autos/Archiv)
Ford hebt hervor, dass "im Gegensatz zu anderen Systemen auf dem Markt" das System direkt die Notrufnummer – in Deutschland also die 112 – anwählt, statt den Umweg über ein Callcenter zu gehen. Dank GPS-Lokalisierung wählt das System die jeweilige nationale Notrufnummer und gibt einen vorbereiteten Ansagetext in Landessprache nebst GPS-Koordinaten durch.
Das System kann Ford zufolge mit Notrufzentralen in über 30 europäischen Staaten sowie zahlreichen Ländern außerhalb der EU Verbindung aufnehmen. Über MyKey lässt sich zusätzlich festlegen, dass der Notfall-Assistent nicht deaktiviert werden kann. Das Notrufsytsem will der Hersteller den Kunden "über den gesamten Einsatzzyklus ihres Ford" kostenlos zur Verfügung stellen, betont Ford-Chef Alan Mulally.
In Europa debütieren MyKey und der Notfall-Assistent 2012 im Ford Focus. Erhältlich sind die Funktionen in Verbindung mit dem Bedienkonzept MyFord Touch und dem Sync-Infotainmentsystem, das auf Windows Embedded Automotive basiert. Durch Berühren eines Touchscreens oder mittels Sprachsteuerung lassen sich Fahrzeugfunktionen oder externe Geräte steuern. Via Bluetooth oder USB lassen sich Musikplayer und Mobiltelefone anbinden. Zum Beispiel kann sich der Fahrer dank Sync-Sprachsteuerung unterwegs eingehende SMS vorlesen lassen. (ssu)