Porsche und Volkswagen verschieben ihre Fusion

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Anders als geplant werden Volkswagen und Porsche in diesem Jahr nicht mehr fusionieren. Hintergrund sind noch immer bestehende juristische Hürden, wie beide Autobauer am Donnerstagabend mitteilten. So fordern noch heute Investoren in den USA Schadenersatz in Milliardenhöhe. Außerdem ermittelt in Deutschland die Staatsanwaltschaft gegen frühere Porsche-Manager. Trotz der Verzögerungen halten beide Konzerne aber an der geplanten Fusion fest.

Für Porsche bedeutet die Verschiebung rote Zahlen in der Bilanz.

Wann und wie dieses Ziel erreicht werden kann, steht in den Sternen. Die Partner haben zwar schon einen Notfallplan in der Schublade, wollen aber nun zusätzlich nach neuen Wegen für das Zusammengehen suchen. Für die Bilanzen der Konzerne hat der Aufschub Folgen: Er bedeutet rote Zahlen für die Porsche SE, Volkswagen dagegen profitiert von der Verschiebung.

Volkswagen und Porsche hatten nach dem Ende des langen und nicht immer fairen Übernahmekampfes im Sommer 2009 den Weg für eine Zusammenarbeit geebnet. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen stimmten einer Vereinbarung zu, die das Zusammengehen regeln sollte. Als Wunschlösung war darin eine Verschmelzung der Porsche Automobil Holding SE mit der Volkswagen AG im Jahr 2011 vorgesehen. Unter dem Dach der Porsche Holding sind 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG gebündelt und die 50,7 Prozent, die die Stuttgarter an Volkswagen halten.

Diese Variante ist nun vom Tisch. Die Wolfsburger halten das wegen der Altlasten der Stuttgarter für zu riskant, denn Porsche kämpft in den USA mit Schadenersatzklagen von Investoren in Milliardenhöhe. Auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Deutschland wegen des Verdachts auf Untreue gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen Finanzvorstand Holger Härter dauern an. Es sei nicht zu erwarten, dass diese Hürden noch rechtzeitig aus dem Weg geräumt werden könnten, teilte Volkswagen mit.

Für einen Notfall wie diesen hatten sich die beiden Partner bereits 2009 ein Hintertürchen offengehalten: Von Ende 2012 an kann Volkswagen das Porsche-Sportwagengeschäft komplett übernehmen. Bisher halten die Wolfsburger 49,9 Prozent. Der Vorteil: Volkswagen könnte sich das komplette operative Porsche-Sportwagengeschäft sichern, ohne die ungelösten Probleme der Porsche SE am Hals zu haben. Der Nachteil: Diese Variante wäre erst ab Mitte 2014 steuerfrei.

Die Schwaben waren mit dem Versuch gescheitert, den viel größeren Volkswagen-Konzern zu übernehmen und hatten 11,4 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Wiedeking musste im Sommer 2009 seinen Hut nehmen. Porsche soll nun zur zehnten Marke im Volkswagen-Konzern werden. In der Praxis arbeiten die beiden Autobauer längst eng zusammen. (dpa) (mfz)