Suzuki will Kooperation gegen den Willen von Volkswagen auflösen
Der japanische Autobauer Suzuki will seine Partnerschaft mit Volkswagen aufkündigen. Man biete an, die Kapitalverflechtung mit Volkswagen aufzulösen, teilte Suzuki am Montag mit. In einer ersten Reaktion sagte ein Volkswagen-Sprecher in Wolfsburg: „Wir halten an dem Anteil an Suzuki fest und sind weiterhin an der Kooperation interessiert.“
Volkswagen ist seit Dezember 2009 mit 19,9 Prozent an Suzuki beteiligt, erklärtes Ziel ist eine langfristige strategische Partnerschaft. Beide Unternehmen ergänzten sich „ideal“, hatte Volkswagen noch im Oktober 2010 erklärt. Suzuki hält 1,5 Prozent an Volkswagen. Die im Dax gelisteten Vorzugsaktien von Volkswagen verloren am Montag zunächst rund zweieinhalb Prozent, schlugen sich damit aber noch etwas besser als der insgesamt sehr schwache Markt.
Suzuki ist mit kleinen, preiswerten Fahrzeugen gut im Geschäft. (Bild: Suzuki Swift)
Die Kooperation zwischen Volkswagen und Suzuki läuft seit längerem holprig: Im Juli wies Volkswagen darauf hin, dass sich die Partnerschaft langsamer als erwartet entwickele – man wolle nun eine Bewertung der Partnerschaft vornehmen. Suzuki wiederum hatte sich irritiert gezeigt, als der Konzern im Volkswagen-Geschäftsbericht für 2010 als ein „assoziiertes Unternehmen“ bezeichnet wurde. Suzuki hatte dagegen zuvor von einer Partnerschaft auf Augenhöhe gesprochen.
Am Sonntag hatte Volkswagen dann erklärt, man sehe den im Dezember 2009 geschlossenen Kooperationsvertrag als verletzt an. Die Vertragsverletzung stehe im Zusammenhang mit dem Bezug von Dieselmotoren seitens Suzuki durch einen anderen Hersteller. Nach Angaben aus Branchenkreisen handelt es sich dabei um Fiat. Dies widerspricht aus Volkswagen-Sicht den Vertragsinhalten der Kooperation zwischen Volkswagen und den Japanern. Suzuki werde nun eine mehrwöchige Frist eingeräumt, den Sachverhalt zu korrigieren, hatte Volkswagen erklärt.
Volkswagen-Ziel der Partnerschaft ist es, von der Kompetenz der Japaner beim Bau günstiger Kleinwagen und der starken Marktstellung in Schwellenländern zu profitieren. Ursprünglich versprachen sich beide auch technologische Vorteile von der Allianz. Volkswagen will bis spätestens 2018 Toyota überholen und zur Auto-Weltmacht aufrücken. Suzuki ist vor allem auf dem schnell wachsenden indischen Markt gut aufgestellt. Das Segment kleiner Billigautos wächst schnell und gilt bei Experten als wichtig für die weltweite Marktführerschaft. (dpa) (mfz)