Yahoo und Nuance zanken sich um Spezialisten fĂĽr Sprachanwendungen

Erneut sorgt der Wechsel von IT-Spezialisten zu einem neuen Arbeitgeber für juristischen Zwist. Streithähne sind diesmal der kalifornische Entwickler von Sprachanwendungen Nuance und Yahoo.

vorlesen Druckansicht 22 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der kalifornische Spezialist für Spracherkennung und -synthese, Nuance Communications, hat den Portal- und Suchmaschinenbetreiber Yahoo wegen angeblichen Diebstahls von Betriebsgeheimnissen verklagt. Hintergrund ist der Wechsel des einstigen Nuance-Vizepräsidenten für den R&D-Bereich (Forschung und Entwicklung), Larry Heck, zu Yahoo. Heck hatte zuletzt unter anderem an der "Nuance Directory Assistance Automation" gearbeitet, die neben anderen Unternehmen auch Yahoo offeriert werden sollte. Dorn im Auge ist Nuance zudem, dass inzwischen weitere zwölf an dem Projekt beteiligte Entwickler zu Yahoo abwanderten.

Nuance, das jüngst vom vormaligen Konkurrenten ScanSoft übernommen wurde, will nun gerichtlich unterbinden lassen, dass die abtrünnigen Personen beim Suchmaschinenbetreiber auf dem Gebiet der Sprachanwendungen tätig werden. Yahoo und Heck hätten vor, die vor dem Wechsel schon zu mehr als 75 Prozent fertig entwickelte Technik zu replizieren und beraubten Nuance damit einer wertvollen Geschäftsgrundlage, heißt es in der beim Santa Clara County Superior Court eingereichten Klageschrift. Dies verstoße gegen das kalifornische Gesetz zur Verhinderung von unfairem Wettbewerb.

Zuletzt hatte ein ähnlicher Rechtsstreit zwischen Google und Microsoft für Aufsehen gesorgt: Der Software-Gigant wollte verhindern, dass sein ehemaliger Mitarbeiter Kai-Fu Lee, ein ausgewiesener Spezialist auf den Gebieten Suchtechnik und Sprachtechnologie, beim neuen Arbeitgeber Google tätig wird. Ein Gericht schränkte den erlaubten Tätigkeitsbereich Lees bei Google später auch tatsächlich ein und untersagte die Verwendung von Informationen, die Lee als Vice President bei Microsoft gewonnen hatte. Microsoft habe "legitime Geschäftsinteressen" nachweisen können, befand der zuständige Richter. Eine endgültige Entscheidung in diesem Fall soll im Januar erfolgen. (pmz)