Saab: Hängepartie mit chinesischen Partnern (Update)
Der akut vom Aus bedrohte Autohersteller Saab hat Vereinbarungen mit zwei als Rettungsanker vorgesehenen chinesischen Partnern aufgekündigt. Wie Saabs Muttergesellschaft Swedish Automobile (Swan) am Abend des 23. Okrober mitteilte, habe man ein vergangene Woche vorgelegtes Übernahmeangebot durch den Autohersteller Youngman und das Großhandelsunternehmen Pang Da abgelehnt. Von beiden zugesagte Überbrückungsgelder zur Zahlung von Löhnen und Gehältern seien nicht überwiesen worden.
[Update, 24. Oktober 2011 – 15:00 Uhr:
Durch Verhandlungen mit seinen chinesischen Partnern in allerletzter Minute will der Autohersteller Saab die drohende Pleite doch noch abwenden. Das schwedische Unternehmen bestätigte im Verlauf des heutigen Montag neue und direkte Kontakte mit dem Autohersteller Youngman und dem Auto-Großhändler Pang Da in Stockholm, nachdem sein bisheriger Eigner Swedish Automobile erst in der Nacht zuvor vor einigen Monaten geschlossene Verträge gekündigt hatte.
„Ich weiß nicht, ob das Geld für Lohn- und Gehaltszahlungen da ist“, sagte Unternehmenssprecherin Gunilla Gustavs in der Saab-Zentrale in Trollhättan. Sie bestätigte den Beginn neuer Verhandlungen, wollte aber über den Inhalt nichts sagen.
Saab droht das endgültige Aus.
Ohne die Mitte der Woche fälligen Gehaltszahlungen für 3500 Beschäftigte durch Soforthilfe von außen gilt der Abbruch des laufenden Sanierungsverfahrens durch ein Gericht als sicher. In der Folge erschiene eine Insolvenz unausweichlich. Nach Angaben der Zeitung Svenska Dagbladet will der bisherige Saab-Chef und Haupteigner Victor Muller die von Youngman und Pang Da angestrebte komplette Übernahme von Saab verhindern, hat aber selbst keinerlei Kapital mehr.
Er hatte im Juli mit Youngman und Pang Da deren Einstieg mit 53,9 Prozent ausgehandelt. Die von beiden Unternehmen langfristig zugesagten 245 Millionen Euro gelten als einzige realistische Chance auf ein Überleben der Traditionsmarke.
Ende der Woche muss das zuständige Gericht in Vänersborg über den Abbruch des Sanierungsverfahrens entscheiden. Der bisherige Zwangsverwalter Guy Lofalk hat dies gegen den Willen Mullers beantragt, weil er kein realistischen Erfolgsaussichten mehr sieht und die aus Peking zugesagten Überbrückungshilfen ausgeblieben sind.
Lofalk sagte dem Wirtschaftsblatt Dagens Industri am heutigen Montag, er halte auch die Saab-Angaben vom Wochenende über angeblich kurzfristig zugesagten Hilfen durch die US-Finanzgesellschaft North Street Capital für wenig stichhaltig. Saab hat seit April praktisch keine Einnahmen mehr und ist hoch verschuldet.] (dpa)
(mfz)