Kfz-Versicherung wird 2012 teurer

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Nach jahrelangen Preiskämpfen werden die Autoversicherer ihre Tarife zum Jahreswechsel bei vielen Kunden anheben. „Es gibt Anpassungen im Bestand“, sagte eine Sprecherin des größten deutschen Versicherers Allianz der dpa. Im Einzelfall könne dies auch eine „deutliche Erhöhung“ sein, allerdings seien auch Beitragssenkungen möglich. Auch beim schärfsten Konkurrenten HUK-Coburg sind nach dessen Angaben „Anpassungen in Teilen des Bestands“ geplant.

Die beiden größten Versicherer heben ihre Tarife an - nicht nur für Cabriolets.

Die Financial Times Deutschland (Mittwoch) hatte unter Berufung auf Allianz-Vertreter berichtet, dass Erhöhungen von 15 Prozent „keine Seltenheit“ seien. Ein anderer Vertreter sprach gegenüber dem Blatt sogar von mehr als 30 Prozent. Allianz-Manager Jens Lison sagte der Zeitung, bei einem Vergleich der Neu- und Altbeiträge bewegten sich die Erhöhung durchschnittlich im einstelligen Prozentbereich. Die Beitragsanpassungen richteten sich nach dem konkreten Risiko, sagte eine Allianz-Sprecherin. In die Rechnung fließe aber auch ein, dass die Beiträge in den vergangenen Jahren teils die Schadenssummen nicht hätten decken können.

Die Branche habe schon 2010 erhebliche Verluste gemacht, und 2011 habe sich die Lage nicht verbessert, sagte Alois Schnitzer, Sprecher der HUK-Coburg, der dpa. „Deshalb wird es branchenweit Anpassungsbedarf geben.“ Neuverträge würden bei der HUK-Coburg jedoch teurer. Dafür werde auch nach dem Jahreswechsel der seit dem 1. April 2011 gültige Tarif heran gezogen.

Allianz-Vertreter fürchten laut FTD, Kunden zu verlieren. Auch Lison erwarte eine leichte Zunahme der Kündigungszahlen. Während die Kündigung normalerweise bis zum 30. November eingegangen sein muss, gilt bei Tariferhöhungen ein Sonderkündigungsrecht bis Ende Dezember. Bei Autoversicherungen hatte die Allianz bereits im Jahr 2010 die Marktführerschaft an HUK-Coburg verloren. Die Kfz-Versicherung gehört zu den wichtigsten Sparten der Branche. (dpa) (mfz)