Gigaliner ab 2012 auf deutschen Straßen

Im Frühjahr 2012 werden die ersten mehr als 25 Meter langen Gigaliner über deutsche Straßen rollen. Fünf Jahre lang will die Regierung in einem Feldversuch testen, ob sich der Einsatz lohnt

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Berlin, 9. November 2011 – Im Frühjahr 2012 werden die ersten gut 25 Meter langen Riesenlastwagen trotz heftiger Kritik über deutsche Straßen rollen. Fünf Jahre lang will die Regierung in einem Feldversuch testen, ob sich der Einsatz lohnt. Das Kabinett billigte eine entsprechende Ausnahmeverordnung, die am 1. Januar 2012 in Kraft tritt, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums am Mittwoch.

Im Frühjahr dürften die ersten der insgesamt 400 Lkw dann tatsächlich unterwegs sein. Bundestag und Bundesrat müssen dem Versuch nicht zustimmen – mehrere Länder sperren sich gegen den Test, darunter Nordrhein-Westfalen mit seinem dichten Autobahnnetz. Nur sieben Länder haben ihre Zustimmung gegeben: Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen, Thüringen, Hessen und Bayern. Sachsen-Anhalt toleriert den Test zwar, gibt aber deutlich weniger Strecken frei.

Gigaliner ab 2012 auf deutschen Straßen (3 Bilder)

Ab dem Frühjahr 2012 rollen die Gigaliner über deutsche Straßen. Allerdings nur dort, wo die Landesregierung dem zugestimmt hat.

Bild: VDA

Wo die Länder nicht zustimmen, da sollen auch keine Riesenlastwagen auf den Autobahnen fahren. So stehe es in der Ausnahmeverordnung, sagte die Ministeriumssprecherin. Zwar sei der Bund berechtigt, auch auf diese Autobahnen zuzugreifen – man setze aber auf Kooperation. Allerdings liefen bereits regional begrenzte Tests, auch in Bundesländern, die den großen Feldversuch ablehnen. Deswegen hoffe man, dass noch weitere Länder den Tests zustimmen. Ein vollständiges Streckennetz werde es erst zum Januar 2012 geben.

Kritiker sehen große Gefahren für den Straßenverkehr. „Wir befürchten, dass es noch mehr Unfälle auf den Straßen gibt“, sagte der niedersächsische Landeschef des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Michael Frömming. Schon das Überholen dürfte riskanter werden – die Riesenlaster sind bis zu 6,5 Meter länger als bisher zugelassen. Deswegen dürfen laut Ministerium nur Fahrer mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung hinterm Lkw-Steuer sitzen, die nicht mehr als drei Punkte in Flensburg auf ihrem Konto haben. Außerdem sollen die Lastwagen trotz ihrer Größe das heute vorgeschriebene Höchstgewicht von 44 Tonnen nicht überschreiten. „Es wird keine Sechzigtonner, keine Gigaliner oder Monstertrucks geben“, erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Dennoch sollen sie im Verhältnis rund 20 Prozent weniger Sprit verbrauchen und weniger CO2 ausstoßen. „Wo heute drei Lkw pro Tag unterwegs sind, sind es im Feldversuch nur zwei Lang-Lkw“, so der Minister.