Uiii und prrr statt brumm brumm

Etwas Wesentliches unterscheidet Elektromobile von Autos mit Verbrennungsmotor: Nein, nicht nur der Antrieb ist anders, sondern es fehlt auch etwas – nämlich der „Sound“. Das soll sich bald ändern.

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Von
  • Tanja Ellinghaus

Während herkömmliche PKW mit sattem Dröhnen und Brummen die Straßen entlangrauschen, sind die neuen E-Flitzer meist relativ stumm, so vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten bis 20 km/h. Und das könnte zur Gefahr werden für andere Verkehrsteilnehmer, weil sie die herannahenden Fahrzeuge aufgrund geringer Geräuschentwicklung erst spät oder zu spät bemerken.

Deshalb kam es kürzlich zu einer recht seltenen Kooperation zwischen Maschinenbauern und Musikern: Das Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen und das Institut für Neue Musik der Hochschule für Musik und Tanz Köln schrieben den Kompositions-Wettbewerb „Sounds of E-Motion“ aus. Die Bewerber sollten hierfür ein kurzes Video von einer Autofahrt durch die Stadt vertonen. Verboten waren dabei Geräusche von Sirenen, Alarmanlagen, Melodien oder Tieren. Herausgekommen sind ungewöhnliche, synthetische Sound-Kulissen, die nicht durch Musikalität bestechen, sondern dadurch, dass sie anderen Verkehrsteilnehmern signalisieren können, ob ein E-Mobil bremst, beschleunigt oder bei gleichbleibender Geschwindigkeit fährt. Auch an den Fahrer haben die Kompositeure gedacht: Neben dem durchgängigen Fahr-Sound gibt es zum Beispiel spezielle Geräusche für die Entriegelung und das Starten des Fahrzeugs sowie für den Blinker.

Nicht nur die Sicherheit hatten die Initiatoren des Wettbewerbs im Fokus, es sollte auch darum gehen, positive Emotionen für E-Mobilität zu wecken. Ob diese Gefühle allerdings ähnlich leidenschaftlich sein können, wie die des Deutschen zu seinem Verbrenner, bleibt abzuwarten. Fest steht aufgrund eines UN-Beschlusses dennoch, dass Elektrofahrzeuge künftig mit „Sound on Board“ ausgestattet werden. Wer schon mal einen Vorgeschmack auf die Geräuschkulisse des Straßenverkehrs der Zukunft bekommen möchte, sollte sich die drei Siegervideos anschauen - und natürlich anhören. (wst)