Samsung verdient 11 Prozent weniger

Sinkende Handy-Verkaufszahlen sowie schwindende Margen bei Speicherchips und LCDs machen dem südkoreanischen Konzern im zweiten Quartal 2006 zu schaffen. Während die Umsätze im Jahresvergleich knapp 4 Prozent stiegen, brach der Profit zweistellig ein.

vorlesen Druckansicht 16 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Samsung konnte im abgelaufenen zweiten Quartal 14,11 Billionen Won (rund 11,67 Milliarden Euro) umsetzen, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sank im Vergleich jedoch um 11 Prozent auf 1,51 Billionen Won (rund 1,24 Milliarden Euro). Erstmals seit drei Jahren musste der Konzern einen RĂĽckgang der Verkaufszahlen von Handys hinnehmen. Entgegen der ĂĽblichen Praxis hatte Samsung 2006 den GroĂźteil seiner neuen Modelle nicht im ersten Quartal in den Markt eingefĂĽhrt, sondern erst im Verlauf des zweiten. In der Folge gingen die abgesetzten StĂĽckzahlen von 29 Millionen in den ersten drei Monaten auf 26,3 Millionen zurĂĽck.

Im umsatzstärksten Geschäftsbereich der Speicherchips sieht sich Samsung ebenso wie die Wettbewerber anhaltendem Preisdruck ausgesetzt. Dennoch erzielte der Konzern hier eine operative Marge von 22,2 Prozent, bleibt aber hinter den Zahlen des ersten und des Vorjahresquartals zurück. Erst im März mussten hochrangige Samsung-Manager wegen illegaler Preisabsprachen bei DRAM-Speicher, in die zuvor auch Mitarbeiter von Infineon und Hynix verwickelt waren, ins Gefängnis. Zudem schrumpft der Markt für DRAM-Speicher den Angaben der Marktforscher von iSuppli zufolge.

Wie viele andere Hersteller von LCD-Panels leidet auch Samsung unter dem Preisverfall der Produkte und den schleppend laufenden Verkäufen von LCD-TVs. Nachdem LG.Philips vergangene Woche einen Rekordverlust melden musste, räumt jetzt auch Samsung Einschnitte in diesem Bereich ein. Der Konzern spricht jedoch nur von einer geringfügig auf 2,5 Prozent gesunkenen operativen Marge und kündigte den Ausbau der Zusammenarbeit mit Sony an. Die beiden Unternehmen wollen im Rahmen ihres Joint-Ventures S-LCD Corp. 1,9 Milliarden US-Dollar in den Bau einer LCD-Fertigung der 8. Generation investieren, um ihre Produktionskapazitäten im Bereich der 50-Zoll-Displays zu erhöhen. (map)