Start-up sucht spielerisch nach neuen Algorithmen

Die US-Firma Kaggle organisiert gut dotierte Wettbewerbe, bei denen es um Software geht, mit denen Datenhalden brauchbare Prognosen entlockt werden können.

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Das US-Start-up Kaggle organisiert erfolgreich Wettbewerbe, in denen die Teilnehmer aus Bergen von Daten scheinbar unmögliche Prognosen herausdestillieren sollen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Kaggle setzt hierfür Informatiker an Universitäten und Experten in Unternehmen wie Google oder IBM aufeinander an. Demjenigen, der mit seinem Algorithmus die beste Prognose errechnet, winkt ein Geldpreis.

Der erste Test fand im April 2010 statt. Ausgesetzt waren 1000 Dollar fĂĽr die treffsicherste Prognose, welches Land den Eurovision Song Contest gewinnen wĂĽrde. Seitdem hat Kaggle 30 Wettbewerbe durchgefĂĽhrt, von denen aktuell noch fĂĽnf laufen. In dieser Zeit ist die Kaggle-Community auf 27.000 Mitglieder angewachsen.

Schöpfer dieser Champions League des Data-Mining ist der australische Ökonom Anthony Goldbloom. Die Idee zu den "Datenkämpfen" kam ihm durch eine ähnliche Initiative des Videodienstes Netflix. Der hatte zwischen 2006 und 2009 eine Million Dollar für denjenigen ausgelobt, dem es gelänge, die Genauigkeit der Filmempfehlungssoftware um zehn Prozent zu verbessern.

Kaggle liefert handfeste Ergebnisse. In einem der ersten Wettbewerbe stellte beispielsweise ein Forscher der Drexel University anonymisierte Daten von HIV-Patienten zur Verfügung. Alle enthielten einen genetischen Marker, anhand dessen sich im Prinzip der weitere Verlauf der Immunerkrankung vorhersagen lässt. Es dauerte nur eineinhalb Wochen, bis Kaggle-Mitglieder eine Prognose-Genauigkeit von 70 Prozent für den weiteren Krankheitsverlauf erreicht hatten.

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(bsc)