Taiwanische LCD-Panel-Hersteller verkaufen weniger

Im Juni mussten die meisten taiwanischen Hersteller von LCD-Panels UmsatzeinbuĂźen durch gesunkene Verkaufszahlen hinnehmen. Wie die beiden sĂĽdkoreanischen Anbieter Samsung und LG.Philips leiden sie unter der schleppenden Nachfrage.

vorlesen Druckansicht 86 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Angesichts rückläufiger Verkaufszahlen insbesondere von LCD-TVs und gleichzeitig sinkenden Verkaufspreisen sehen sich die Panel-Hersteller unter Druck. Das Gros der taiwanischen Produzenten meldet für den Monat Juni wie für das gesamte zweite Quartal zum Teil deutlich gesunkene Umsätze.

Fast 10 Prozent weniger setzte AU Optronics (AUO), die Nummer eins unter den taiwanischen Herstellern, im Juni gegenüber dem Vormonat um. Im Vergleich des zweiten Quartals 2006 zu den ersten drei Monaten sanken die Umsätze des Unternehmens um 8,3 Prozent auf 60,78 Milliarden NT-Dollar (rund 1,48 Milliarden Euro). Der zweitgrößte Anbieter Chi Mei Optoelectronics (CMO) verlor im Quartalsvergleich sogar über 23 Prozent auf 37, 29 Milliarden NT-Dollar (rund 904 Millionen Euro). Als einziger Hersteller konnte CMO den Trend im Juni aber stoppen und gegenüber dem Vormonat ein Umsatzplus von 0,4 Prozent schaffen.

Auch die Nummer drei in Taiwan, Chungwa Picture Tubes (CPT), verliert im Quartalsvergleich knapp 6 Prozent auf 27,93 Milliarden NT-Dollar (etwa 675 Millionen Euro). Ebenfalls rapide schwindende Umsätze verzeichnet Quanta Display. 15,56 Milliarden NT-Dollar (rund 376 Millionen Euro) bedeuten ein Minus von 24 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2006. Quanta gehört jedoch, nach der im April vollzogenen Übernahme, inzwischen zu AUO. HannStar Display kommt im zweiten Quartal auf 13,39 Milliarden NT-Dollar (rund 323 Millionen Euro) – das entspricht einem Minus von 18,2 Prozent. Kaum besser ergeht es derweil den beiden weltweit größten Panel-Herstellern Samsung und LG.Philips LCD. Die südkoreanischen Unternehmen wurden ebenfalls von dem Nachfragetief getroffen und mussten Verluste melden. Während Samsung für das Joint Venture mit Sony, S-LCD Corp., nur eine "geringfügig" gesunkene operative Marge verkündete, musste LG.Philips für das zweite Quartal 2006 einen Rekordverlust von rund 270 Millionen Euro melden.

Die mittelfristigen Prognosen verschiedener Marktforscher sehen für LCD-TVs unverändert ein deutliches Umsatzwachstum. So rechnet Displaybank für 2006 mit einem Plus von 170 Prozent für LCD-TVs ab 32 Zoll (80 Zentimeter) Bilddiagonale. Dabei verschieben sich die Verkaufszahlen generell hin zu größeren Bildschirmen, worauf die Hersteller mit dem Ausbau entsprechender Fertigungskapazitäten reagieren. (map)