Mehr CO2 durch Biosprit?

Biosprit aus Raps, Palmöl oder Soja belastet das Klima einer Studie zufolge mitunter stärker als Treibstoffe aus Erdöl. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Untersuchung der EU-Kommission

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Frankfurt (Main), 13. Februar 2012 – Biosprit aus Raps, Palmöl oder Soja belastet das Klima einer Studie zufolge mitunter stärker als Treibstoffe aus Erdöl. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Untersuchung der Europäischen Kommission, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Montag) berichtete.

In der Studie, die in den nächsten Wochen offiziell vorgestellt werden soll, würden erstmals auch die indirekten Folgen der Herstellung von Biokraftstoffen für deren Ökobilanz berücksichtigt – zum Beispiel wenn Regenwaldflächen brandgerodet werden, um auf den Flächen anschließend Pflanzen zur Biokraftstoffproduktion anzubauen. Nur Biokraftstoffe aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Mais schneiden der Studie zufolge klar besser ab als herkömmliche Kraftstoffe. Sie erzeugen, zitiert die FAZ die Studie, rund 35 Gramm CO2 je Joule. Zum Vergleich. Erdöl komme auf 87,5 g/J. er in Deutschland häufig verwendete Raps kommt dagegen auf einen Wert von 95 g/J und liegt damit klar über dem von Erdöl, schreibt das Blatt unter Berufung auf die Studie.

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Einer Studie zufolge verursacht Biosprit in einigen Fällen mehr Kohlendioxid pro Joule als herkömmlicher Kraftstoff aus Erdöl.

(Bild: Aral)

Die Reaktion der Biospritbranche ließ nicht lange auf sich warten. Sie warnte vor voreiligen Schlüssen: „Die Studie beruht auf Annahmen, die nicht realistisch sind“, erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann. „Um mehr Rohstoffe herzustellen, wird in der realen Welt nicht die Anbaufläche ausgeweitet. Vielmehr wird der Ertrag auf den bestehenden Äckern gesteigert.“ Tatsächlich gelten in Deutschland vergleichsweise strenge Regeln. Biokraftstoffe müssen mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als fossile Kraftstoffe – vom Pflanzenanbau auf dem Acker, über Düngung, Transporte und Produktion des Kraftstoffs. Zudem dürften für den Anbau keine Torfmoore oder sonstige schützenswerte Flächen verwendet werden, so der VDB in einer ersten Stellungnahme. Diese strikte Auslegung gilt allerdings nicht für Länder in Südamerika und in Asien.