Ă–sterreichischer Mobilfunker One verdient wieder Geld

RĂĽckkehr zum Preiskampf fĂĽhrt zu weniger Umsatz mit mehr Kunden, aber schwarzen Zahlen.

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Der Preiskampf am österreichischen Mobilfunkmarkt bleibt hart. Die Versuche von One, sich mit den Schlagworten "Qualität", "Service" und "Mehrwert" dem Preisdruck zu widersetzen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Mitte 2006 besann sich One wieder auf tarifliche Wettbewerbsmaßnahmen und landete mit dem Tarif 4:0 einen Coup. "2006 war für One ein besonders gutes Jahr, ein Jahr der Trendumkehr", sagte One-Chef Jorgen Bang-Jensen am Mittwoch in Wien.

Tatsächlich war das Wachstum der Netznutzer im zweiten Halbjahr gut, erwirtschaftet wurde auch ein Reingewinn. Bis Jahresende hatten bereits mehr als 200.000 Kunden einen 4:0-Preisplan gewählt. Zwar ist die Zahl der direkten One-Kunden weiter von 1,46 auf rund 1,3 Millionen Kunden gefallen, doch hat die Discounttochter Yesss ihre User auf 540.000 mehr als verdoppelt. Nimmt man noch die Kunden der Netzuntermieter Tele2UTA, eety, C-Cube und eTel hinzu, konnte One erstmals die Schwelle von zwei Millionen Netzkunden knacken (nach gut 1,8 Millionen Ende 2005). Der Marktanteil des One-Netzes ist laut einer Schätzung des Unternehmens von 21 auf 22 Prozent gestiegen. Nach einer schwarzen Null 2005 (etwa 0,6 Millionen Euro) konnte 2006 ein Reingewinn von 3,4 Millionen Euro erzielt werden. Pro Netzkunde und Tag hat One damit etwa einen halben Cent verdient.

Nicht so rund läuft es bei anderen Finanzkennzahlen. Der mit direkten Mobilfunkleistungen erwirtschaftete Umsatz ist erneut gefallen. Nach 705 Millionen Euro 2004 und 627 Millionen 2005 waren es 2006 617 Millionen. Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist von 202 über 175 auf nunmehr 161 Millionen Euro gesunken. Die EBITDA-Marge lag 2006 mit 26 Prozent um zwei Prozentpunkte niedriger als 2005. Der freie Cashflow ist mit 108 Millionen um 15,6 Prozent geringer ausgefallen. Stabil blieb der ARPU (Durchschnittsumsatz pro Kunde und Monat) der direkten One-Kunden von etwa 33 Euro. Den gemeinsamen ARPU von One und Yesss (2005: 31 Euro) verrät One nicht mehr. Angesichts der gestiegenen Zahl von tendenziell umsatzschwächeren Yesss-Kunden dürfte er deutlich geschrumpft sein.

Die von One getätigten Investitionen sind 2006 mit 65 Millionen Euro niedriger ausgefallen, als geplant, dafür soll im laufenden Jahr mit 160 Millionen umso mehr ausgegeben werden. Das Geld fließt insbesondere in den Ausbau des HSDPA-Netzes, aber auch im GSM-Bereich soll es noch Verbesserungen geben. So soll man "ziemlich bald auf der Westbahn ununterbrochen telefonieren können", versprach Bang-Jensen. 2008 sollen weitere 100 Millionen investiert werden, damit das HSPA-Netz dann 90 Prozent aller Einwohner erreicht. Bis Ende 2009 möchte One den Marktanteil (samt Netz-Untermietern) um weitere drei Prozentpunkte auf 25 Prozent ausbauen. Der One-Chef betonte, dass oganisches Wachstum billiger sei, als die Übernahme eines Konkurrenten. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)