Telekom Austria: Aufräumen schmerzt auch finanziell
Im vergangenen Jahr, das für den österreichischen Telecom-Konzern turbulent verlief, ergab sich ein Nettoverlust von 253 Millionen Euro.
Die Telekom Austria Group (TA) weist für 2011 einen Verlust von 252,8 Millionen Euro aus. Analysten hatten 200 Millionen Euro erwartet. Der Konzern will trotz des Verlustes eine Dividende ausschütten, die aber vorab bereits halbiert wurde. 2010 hatte die TA noch 195,2 Millionen Euro verdient. Der Umsatz sank um 4,2 Prozent auf 4,455 Milliarden Euro, wäre ohne Währungseffekte aber um ein halbes Prozent gestiegen.
Im vergangenen Jahr trat bei dem teilstaatlichen Konzern nicht nur ein Sumpf aus Korruption, Manipulation und anderen Machenschaften hervor. Im Stammland Österreich wurde ein 233,7 Millionen Euro teures Personalabbauprogramm fortgeführt. Im nach Fläche und Einwohnerzahl größten Markt Weißrussland machte die Inflationsrate von über 100 Prozent zu schaffen. Daher musste die TA den Wert ihrer Tochter velcom berichtigen und 279 Millionen Euro abschreiben.
Die wichtigsten TA-Töchter in Bulgarien, Österreich, Weißrussland und Kroatien weisen jeweils Rückgange bei Umsatz und EBITDA aus. Die in den "Weiteren Märkten" zusammengefassten Firmen in Serbien, Slowenien, Mazedonien und Liechtenstein entwickeln sich zwar prächtig, können das Gesamtergebnis aber nicht retten. Auf dem österreichischen Markt konnte A1 das in Westeuropa einmalige Wachstum bei Festnetzanschlüssen fortsetzen: 21.300 zusätzliche Zugänge gab es im Laufe des Jahres, weil der Zuwachs der Breitband-Anschlüsse die Kündigungen der reinen Sprachtelefone überstieg.
Die Zahl der Mobilfunk-Anschlüsse von A1 kletterte um 3,3 Prozent auf 5,27 Millionen. Da die Mitbewerber mehr zulegten, fiel der A1-Marktanteil jedoch von 41,4 auf 40 Prozent. Der durchschnittliche Monatsumsatz je Anschluss (ARPU) rutschte gar um über 11 Prozent auf 19,2 Euro ab. Der gesamte A1-Umsatz schrumpfte um 4 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro, während das EBITDA um 5,8 Prozent auf 973 Millionen Euro sank. (anw)