E-Plus hat 10,1 Millionen Kunden in Deutschland

Im dritten Quartal konnte der Mobilfunkanbieter 327.000 neue Kunden gewinnen. Der Marktanteil blieb bei 13,2 Prozent, der Durchschnittsumsatz ARPU sank leicht auf 21 Euro.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Mobilnetzbetreiber E-Plus konnte im abgelaufenen dritten Quartal 327.000 Neukunden hinzugewinnen und seinen Marktanteil konstant bei 13,2 Prozent halten. Einschließlich der Konzernmarken wie Simyo oder BASE zählte E-Plus per Quartalsende insgesamt 10,1 Millionen Kunden. Zur Anzahl der Kunden dieser Untermarken macht E-Plus keine konkreten Angaben, es hieß lediglich, dass sich unter den 327.000 neuen Kunden rund zwei Drittel für einen Laufzeitvertrag entschieden hätten. Daraus lässt sich schließen, dass die Prepaid-Marken wie Simyo und das kürzlich gestartete Angebot für türkische Kunden Ay Yildiz im letzten Kalendervierteljahr gut 100.000 Nutzer hinzubekommen konnten.

Ferner teilte der Düsseldorfer Carrier mit, seine Kundenzahl um "inaktive Prepaidkunden" bereinigt zu haben. Der Anteil der Geschäftskunden sei weiter auf 1,57 Millionen gestiegen, entsprechend 15,5 Prozent am Gesamtkundenbestand. Der operative Umsatz von E-Plus lag im dritten Quartal 2005 mit 717 Millionen Euro um sechs Prozent über dem des Vorjahresquartals (677 Millionen Euro). Der Umsatz aus Mobilfunk-Dienstleistungen stieg auf 644 Millionen Euro – entsprechend einem Wachstum um 48 Millionen Euro beziehungsweise acht Prozent.

Das operative Ergebnis EBITDA sank im Vergleich zum Vorjahresquartal von 178 Millionen Euro auf 169 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge lag im dritten Quartal 2005 bei 23,7 Prozent und damit zwei Prozentpunkte höher als im zweiten Quartal 2005: Diesen Anstieg führen die Düsseldorfer auf sinkende Kosten für den Einkauf von Endgeräten und einen Rückgang der Handy-Subventionen zurück. Die EBITDA-Marge bleibt jedoch deutlich unter dem Wert für das dritte Quartal 2004 (26,9 Prozent). Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Kunde (blended ARPU – Average Revenue per User) fiel im dritten Quartal 2005 ebenfalls leicht auf 21 Euro. Im Vorjahresquartal waren es 22 Euro. Im Bereich der Vertragskunden fiel der ARPU im Jahresvergleich von 38 auf 36 Euro, entsprechend einem Rückgang von fünf Prozent; der ARPU-Wert für Prepaid-Kunden sackte um 14 Prozent von sieben auf sechs Euro. Als "wesentliche Ursache" für diese Entwicklungen gibt E-Plus die Reduzierung der Terminierungsentgelte an. Dabei handelt es sich um die vom Regulierer Bundesnetzagentur festgelegten Entgelte für Anrufe aus dem Festnetz zu Mobilfunkanschlüssen .

Anlässlich der Präsentation der Zahlen äußerte Stan Miller, Chief Executive Officer der internationalen Mobilfunkaktivitäten des niederländischen Telecom-Konzerns KPN, zu dem eine belgische Tochter und E-Plus in Deutschland zählen: "Der Wettbewerb um Mobilfunkkunden hat an Schärfe zugenommen. Auch wenn es noch relativ früh ist – die ersten Reaktionen von Kunden auf unsere neuen Marken, Produkte und Dienste sind viel versprechend." Doch O2 bleibt die Nummer vier auf dem deutschen Mobilfunkmarkt und konnte mit zuletzt neun Millionen Kunden den Abstand zu E-Plus verringern. Mitte Oktober hatte der langjährige E-Plus-Chef Uwe Bergheim seinen Abschied zum Jahresende angekündigt – was in der Branche als Reaktion auf Meinungsverschiedenheiten mit der KPN-Führung gedeutet wird, die E-Plus über Jahre hinweg einen rigiden Sparkurs verordnet hatte.

Siehe zu E-Plus auch das Interview in Technology Review: (ssu)