Dell bietet "Windows N" ohne Media Player nicht an

Zweifel am Markterfolg des abgespeckten Windows "N" ohne Media Player hat offenbar nicht nur Microsoft selbst, sondern auch die beiden fĂĽhrenden PC-Hersteller Dell und HP.

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Von
  • Torge Löding

Zweifel am Markterfolg des abgespeckten Windows N ohne Media Player hat offenbar nicht nur Microsoft selbst. Auch die beiden führenden PC-Hersteller Dell und HP haben so ihre Bedenken. Laut einem Bericht des Wall Street Journal will Dell keine Computer mit dem Windows ausliefern, das ohne Mediaplayer genauso viel kostet wie ein Microsoft-Betriebssystem mit der Multimedia-Software. HP werde solche Rechner anbieten, glaube aber nicht daran, sie besonders gut verkaufen zu können, hieß es weiter. "Wir werden die Kundennachfrage nach dieser Version genau beobachten, aber gleichzeitig Produkte mit der kompletten Windows-Version anbieten, also mit Media Player", sagte Dell-Sprecher Venancio Figueroa. Dell und HP beherrschen rund 30 Prozent des westeuropäischen PC-Marktes.

EU-Kommissionssprecherin Antonia Mochan wollte Dells Vorgehen der Wirtschaftszeitung gegenüber nicht kommentieren. Ihre Kommission werde den Markt beobachten und die Meinung von Microsoft-Konkurrenten einholen, ob der Softwareriese mit Windows N überhaupt die EU-Auflagen erfülle, sagte sie. Im März 2004 hatte die EU-Kommission dem Software-Konzern wegen Marktmissbrauchs ein Rekord-Bußgeld in Höhe von 497,2 Millionen Euro auferlegt. Außerdem muss Microsoft einige Auflagen einhalten, neben der Auslieferung von Windows XP ohne Media Player gehört dazu die Offenlegung der Schnittstellenspezifikation für die Serverkommunikation.

Die EU-Kommission prüft derzeit die Reaktionen von Microsoft-Konkurrenten auf die Auflagen und die Vorschläge von Microsoft, wie der Media Player technisch sauber von Windows getrennt werden soll. Die Wettbewerbshüter hatten Zweifel darüber geäußert, dass Microsoft die entkoppelte Version ohne Media Player zum Abspielen von Musik und Videos gemäß den EU-Auflagen ohne diskriminierende Bezeichnungen und Bedingungen anbietet. Auch gab es Hinweise, dass die abgespeckten Windows-Versionen nicht reibungslos mit anderen Multimedia-Programmen zusammenarbeiten. An der Einhaltung der Auflagen zur Offenlegung der Kommunikationsschnittstellen für Server gibt es ebenfalls Zweifel. (tol)