Gebrannte CSS-DVDs aus Online-Angeboten zunächst als Kiosk-Lösung
Die DVD Copy Control Association will das Brennen von Silberscheiben mit geschützten Entertainment-Inhalten zunächst nur über Terminal-Lösungen im Handel erlauben, bevor echte Heimanwendungen auf den Markt kommen sollen.
Die DVD Copy Control Association (DVD CCA) möchte das Brennen von Silberscheiben mit geschützten Entertainment-Inhalten zunächst nur über Terminal-Lösungen im Handel erlauben, bevor echte Heimanwendungen auf den Markt kommen. Dies teilte die Branchenvereinigung in ihrer jüngsten Presseverlautbarung (PDF-Datei) mit. Wie zuvor bereits durchgesickert war, haben sich Hollywood-Studios und Technikfirmen prinzipiell darauf geeinigt, das Brennen legal aus dem Netz geladener Filme mit dem Verschlüsselungsstandard Content Scrambling System (CSS) für DVDs abzusichern. Damit soll gewährleistet werden, dass gängige DVD-Player die gebrannten Silberscheiben abspielen können. Die DVD CCA macht nun aber auch klar, dass dieser Weg spezielle Roh-DVDs für das Aufbringen des CSS-Verfahrens benötigt und diese schrittweise in den Markt gebracht werden sollen.
Als "frühe Einsatzmöglichkeit" der Brennlösung, die noch von Spezifizierungsgremien wie dem DVD Forum und dem Aufsichtsrat der DVD CCA abgesegnet werden muss, stellt sich die Vereinigung "kommerzielle Kioske" im Handel, in Videotheken oder eventuell auch in Kinos vor. An diesen Orten sollen sich die Verbraucher maßgeschneiderte Unterhaltungsangebote auf die umgemodelte Scheibengeneration brennen lassen können. Die Branche denkt bei diesem ersten Schritt vor allem an die Liebhaber "ungewöhnlicher, historischer oder spezieller" Filme, die momentan wegen mangelnder Nachfrage nicht auf DVD und im Massenmarkt erhältlich sind.
Die DVD CCA geht überdies davon aus, dass eine echte Verbraucherapplikation folgen wird. Dafür mag sie allerdings noch keinen Zeitpunkt nennen. Damit soll das Aufnehmen und Brennen "einer großen Bandbreite spezifisch angebotener Inhalte" einschließlich Filmen und TV-Programmen auch von zu Hause aus möglich werden. Die Videos sollen dabei auf dem PC oder auf "speziellen, netzwerktauglichen DVD-Recordern" gebrannt werden können.
Einige Online- und Software-Firmen wollen allerdings nicht darauf warten, bis die CSS-Variante fürs Heimbrennen legal erworbener Filme den Weg durch die offiziellen Gremien gefunden hat. So haben etwa CinemaNow, MovieLink sowie Sonic Solutions bereits eigene Lösungen fürs "sichere" Brennen geschützter Videos vorgestellt. Die Hersteller werben dabei teilweise mit "lückenlosen" Angeboten für den digitalen Vertrieb einschließlich spezieller Gateways für den Einsatz von Systemen zum digitalen Rechtekontrollmanagement (DRM). Ob die damit generierten DVDs allerdings tatsächlich auf allen gängigen DVD-Abspielgeräten laufen, wird von Technikexperten angezweifelt. Bei der offiziell favorisierten CSS-Variante hält sich die Branche derweil noch mit technischen Einzelheiten zurück, wie sie ein einfaches Umgehen des vergleichsweise schwachen Kopierschutzes bei den so genannten Download-and-Burn-Diensten verhindern will. (Stefan Krempl) / (anw)