XGI setzt auf Open-Source-Treiber
XGI hat den Sourcecode seiner Grafikkartentreiber für Linux unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht und dem Kernel sowie den X-Servern zur Integration angepriesen.
XGI hat den Source-Code seiner Linux-Grafikkartentreiber für die Volari Z7 unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht und zur Integration in den Kernel sowie die X-Server X.org und XFree86 angeboten. Damit folgt die von der taiwanischen Silicon Integrated Systems (SiS) abgespaltene Grafikchip-Tochter dem Beispiel von Intel und VIA.
Auch Intel vertreibt beispielsweise die Treiber für die Chipsätze mit integrierter Grafik unter einer Open-Source-Lizenz. Das ermöglicht den X-Servern und dem Kernel die Treiber zu integrieren -- ein separater Download der Treiber ist daher meist unnötig, da auch ausschließlich auf Open-Source setzende Linux-Distributionen die Treiber dann integrieren und mit ausliefern.
Die Closed-Source-Grafiktreiber von Firmen wie ATI oder Nvidia integrieren viele Distributionen hingegen nicht. Auch die Kernel-Entwicklergemeinde ist ihnen gegenüber kritisch eingestellt. Ein Laden der Treiber setzt ein Flag im Kernel, über das sich die Verwendung der Closed-Source-Software erkennen lässt -- viele Distributionen und Entwickler verweigern dann den Support. Zudem ist auch heftig umstritten (kompletter Thread, ältere Diskussion), ob die Closed-Source-Treiber von ATI und Nvidia nicht gar gegen die Lizenz des Linux-Kernels verstoßen. Zudem ist die Installation solcher Treiber unter Linux meist schwierig und umgeht die Paketsysteme der Distributionen. Ein Sicherheitsupdate kann daher versehentlich den Grafiktreiber überschreiben oder stören.
Zwar beteiligen sich auch die beiden großen Grafikchiphersteller an der Entwicklung von Open-Source-Treibern in X.org und XFree86, diese bleiben bei den unterstützten Funktionen jedoch teils deutlich hinter den geschlossenen Varianten für Linux und Windows zurück -- 3D-Beschleunigung fehlt beispielsweise bei allen Nvidia-Chips und den meisten neueren von ATI. Auch der TV-Ausgang lässt sich meist nicht verwenden.
Von der Offenlegung der Treiber dürften auch die BSD-Varianten und die von manchen Chipsatz-Herstellern eher stiefmütterlich behandelten Architekturen x86-64 oder PPC profitieren, da die Open-Source-Projekte die Treiber hierfür meist anpassen. Wohl auch ein Grund, warum sich vor kurzem auch VIA dazu durchgerungen hat, einige Grafiktreiber offen zu legen. XGI geht über die reine Veröffentlichung jedoch hinaus und kümmert sich bereits aktiv um die Integration in die Open-Source-Projekte. (thl)