Motorola setzt weiter auf Linux
Der zweitgrößte Handyhersteller der Welt will die Software für seine Produkte in Zukunft überwiegend unter Linux entwickeln.
Motorola setzt sein Engagement für Linux als Handyplattform konsequent fort. US-Medienberichten zufolge will der zweitgrößte Handyhersteller der Welt anspruchsvolle Anwendungen für Mobiltelefone vorwiegend unter Linux entwickeln. Motorola werde die Nachfrage bestimmter Märkte nach Smartphones mit Windows Mobile oder Symbian als Betriebssystem weiter bedienen, für die Zukunft aber verstärkt auf Open Source setzen, heißt es. Motorola produziert Handys auf Linux-Basis bereits seit sechs Jahren.
Mit Linux habe Motorola die Möglichkeit, auch von den zahlreichen Entwicklern zu profitieren, die auf anderer Hardware arbeiten, sagte Motorola-Manager Mark Vandenbrink am Rande der LinuxWorld in San Francisco gegenüber InfoWorld. Anders als bei proprietäten Plattformen müsse ein Hersteller so nicht auf ein Update des Betriebssystems warten. Das mache auf dem schnelllebigen Markt für Mobiltelefone einen wesentlichen Unterschied. Außerdem sei der Schritt zu Linux Teil der Gesamstrategie des Konzerns, so würden auch die Settop-Boxen von Motorola auf Linux laufen.
Trotz skeptischer Stimmen setzen Handyhersteller zunehmend auf Linux als Plattform. Gemeinsam mit anderen Herstellern hatte Motorola eine Stiftung angekündigt, unter deren Dach eine offene Linux-Plattform für mobile Geräte enstehen soll. Zuletzt war Motorola der Eclipse Foundation als strategisches Entwicklungsmitglied (strategic developer member) beigetreten. Gerätehersteller und Mobilfunk-Provider versprechen sich vom Einsatz eines Open-Source-Betriebssystems vor allem niedrigere Kosten. (vbr)