Philips setzt auf Emotionen statt auf reine Technik
Philips-CEO Gerhard Kleisterlee geht davon aus, dass Verbraucher sich nicht mehr von reiner Technik begeistern lassen, sondern dass Unterhaltungselektronik Emotionen vermitteln muss.
In Zukunft müsse Unterhaltungselektronik Emotionen auslösen und weniger durch technische Eckdaten beeindrucken. Das Technikkauderwelsch schrecke die potenziellen Kunden eher ab, als sie zum Kauf zu bewegen. So argumentiert der CEO des niederländischen Elektronikkonzerns Philips Gerhard Kleisterlee in einem Interview, das das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe veröffentlicht.
Soweit die ein Produkt ausmachende Technik nicht einzigartig sei, verliere sie immer mehr an Bedeutung, so Kleisterlee. Die "Verbraucher wollen Emotionen" bringt der Philips-CEO seine Philosophie auf den Punkt. Von den 132 Fabriken, die der Konzern betreibt, seien nur noch acht für Unterhaltungselektronik zuständig. Inzwischen würden rund 90 Prozent der Geräte von Zulieferern nach den Vorgaben von Philips gefertigt. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber No-Name-Herstellern sei die Kreativität der Ingenieure, Designer und des Marketings. Philips wandele sich mehr und mehr zu einer Ideenschmiede, die von Zulieferern fertigen lasse. Eine der Konsequenzen daraus war kürzlich der Verkauf von Philips' Halbleiterproduktion und weiteren Sparten.
Davon, ob die Geräte der neuesten Unterhaltungselektronik-Generation Emotionen hervorrufen, kann man sich ab dem 1. September selbst überzeugen, wenn in Berlin die seit 1939 erstmals wieder jährlich stattfindende Internationale Funkausstellung ihre Pforten öffnet. Einen Vorgeschmack auf die Trends und Sehenswürdigkeiten der IFA liefert c't in Ausgabe 18/06 (ab Montag, den 21. August, im Handel).
Der Heise Zeitschriften Verlag ist auf der Funkausstellung mit einem eigenen Stand vertreten (Halle 1.2, Stand 223). In hochkarätig besetzten Diskussionsrunden werden aktuelle Entwicklungen unter die Lupe genommen und hinterfragt – so etwa die drohende Grundverschlüsselung des Free-TV, der Umgang der Medienindustrie mit Tauschbörsen-Nutzern, der Nutzen zweier DVD-Nachfolgeformate und die Zukunft des hochauflösenden Fernsehens HDTV in Deutschland. Darüber hinaus halten c't-Redakteure Fachvorträge zu den Trendthemen der IFA und helfen, das Marketingdickicht zu durchdringen, um beim Gerätekauf den Durchblick zu behalten. Die Termine finden Sie ab dem 22. August im IFA special von heise online. (vza)