Ford treibt sein Wachstum in China voran

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Von
  • Gernot Goppelt

Der US-Autobauer Ford treibt seine Wachstumspläne in China voran. Um Rivalen wie Volkswagen oder General Motors auf dem riesigen Markt Paroli bieten zu können, baut Ford für 760 Millionen Dollar (580 Mio Euro) ein neues Werk in der Stadt Hangzhou. Es ist der dritte Standort für Ford im Land. Ab 2015 sollen hier jährlich 250 000 Autos vom Band rollen.

"Diese Expansion wird uns dabei helfen, bis Mitte des Jahrzehnts bei den weltweiten Verkäufen um 50 Prozent zu wachsen – auf jährlich ungefähr acht Millionen Fahrzeuge", sagte Asienchef Joe Hinrichs am Donnerstag. "Der chinesische Automarkt bleibt einer der aufregendsten in der Welt", erklärte Landeschef Dave Schoch vor der Eröffnung der Messe Auto China kommende Woche.

Ford hatte China lange vernachlässigt, während die Rivalen dort vom Wirtschaftsboom profitierten. Diese Scharte will Konzernchef Alan Mulally auswetzen. Erst vor zwei Wochen hatte Ford verkündet, für 600 Millionen Dollar sein bestehendes Werk in Chongqing auszubauen. Weiterer Standort ist Nanjing. Ford will seine Produktion in China bis 2015 glatt verdoppeln auf 1,2 Millionen Wagen. Der Vorstoß in China ist ein elementarer Baustein in Mulallys Plan, die weltweiten Verkäufe bis 2015 auf 8 Millionen Stück hochzuschrauben. Im vergangenen Jahr kam Ford auf 5,7 Millionen. Dabei schwächelte jedoch das Geschäft in Europa. Zum Vergleich: VW wurde konzernweit 8,2 Millionen Wagen los und Branchenprimus General Motors 9,0 Millionen Wagen.

Für Ford ist es nach eigenen Angaben die größte Expansion in 50 Jahren. Allerdings schläft auch die Konkurrenz nicht: So hatte der VW-Aufsichtsrat erst am Mittwoch den Bau eines neuen Werkes in der Stadt Ürümqi abgesegnet. Dort sollen nach dpa-Informationen 20.000 bis 50.000 Autos pro Jahr gebaut werden. Die Verträge sollen am Montag beim Deutschland-Besuch von Chinas Regierungschef Wen Jiabao im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel unterzeichnet werden. (dpa) (ggo)