Deutsche Philips sieht gute Perspektiven in der Medizintechnik

Das Potenzial der Unternehmenssparte für Medizintechnik sei größer als das in der Unterhaltungselektronik, die von starkem Wettbewerb und Preisverfall geprägt sei, sagte der deutsche Philips-Chef.

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  • dpa

Die deutsche Philips-Organisation sieht nach einem guten Jahr vor allem in der Medizintechnik weitere Wachstumschancen. Das Potenzial dieser Unternehmenssparte sei größer als in der Unterhaltungselektronik, die von starkem Wettbewerb und Preisverfall geprägt sei, sagte der deutsche Philips-Chef Hans-Joachim Kamp am Dienstag in Hamburg. "Bei den Anwendern der Medizintechnik gibt es einen Investitionsstau, der auf 10 bis 20 Milliarden Euro geschätzt wird", erklärte Kamp. "Neue Technologien und die älter werdende Bevölkerung schaffen zusätzliche Chancen."

Mit einem Anteil von 27 Prozent am Umsatz ist die Medizintechnik für Philips Deutschland der zweitgrößte Geschäftsbereich nach Lifestyle mit 38 Prozent. In der Unterhaltungselektronik habe Philips seine Position als Marktführer stärken und den Marktanteil auf 14 Prozent steigern können, sagte Kamp. "Wir sind in Wachstumssegmenten wie Flachbildschirm-Fernseher, DVD-Recorder und MP3-Player gut aufgestellt", sagte Kamp. Wachstum lasse sich in diesen Märkten nur durch Innovation erreichen. Ein Beispiel dafür sei im Bereich der Elektro-Hausgeräte die Kaffeemaschine "Senseo", die allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Mal verkauft worden sei.

In der Halbleiter-Fertigung, der dritten großen Philips-Sparte mit einem Anteil von 24 Prozent am Umsatz, ist der seit einem Jahr schwelende Tarifkonflikt für die 2300 Beschäftigten am Standort Hamburg nach wie vor ungelöst. Den Beschäftigten würden nun zunächst die freiwilligen Zulagen gestrichen, die zwischen 11 und 16 Prozent des Einkommens ausmachen, sagte Kamp. Über künftige Investitionen werde auf Konzernebene entschieden. Sollte der Abschwung in der Halbleiterbranche anhalten, seien auch Arbeitsplätze in Gefahr.

Im vergangenen Jahr verringerte Philips die Zahl der Stellen nur geringfügig um 200 auf 10.800. Der Umsatz stieg dagegen um vier Prozent auf 4,27 Milliarden Euro, davon 57 Prozent durch Export. Den Gewinn gibt Philips nur noch für den Gesamtkonzern genau an, bei dem vor allem auf Grund schlechter Zahlen der LCD-Tochter ein Gewinneinbruch zu verzeichnen war. In Deutschland, dem drittgrößten Markt für den niederländischen Weltkonzern, habe Philips ein Nettoergebnis im höheren zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet und damit das Vorjahr übertroffen, sagte Kamp. Im laufenden Jahr erwarte er eine ähnliche Entwicklung. (dpa) / (jk)