Spiegel: Siemens schlieĂźt VA-Tech-Niederlassung

In der Affäre um die dubiosen Millionenverluste der VA Tech Elin will die Konzernmutter Siemens jetzt offenbar die Notbremse ziehen.

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  • Christian Persson

In der Affäre um die dubiosen Millionenverluste der VA Tech Elin will die Konzernmutter Siemens jetzt die Notbremse ziehen, berichtet der Spiegel in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Die Hamburger Niederlassung des österreichischen Gebäudetechnik-Spezialisten solle nun geschlossen werden, nachdem sie im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von weniger als 31 Millionen Euro mit mehr als 70 Millionen Euro in die roten Zahlen geschliddert war.

Die rund 110 verbliebenen VA-Tech-Mitarbeiter in der Hansestadt müssen sich laut Spiegel bereits zum März nächsten Jahres neue Jobs suchen. Bei der Übernahme des Unternehmens im Juli dieses Jahres hatte Siemens noch eine Arbeitsplatzgarantie für 18 Monate abgegeben.

Die gewaltigen Verluste waren entstanden, weil die Hamburger Firma immer wieder Aufträge unterhalb der Selbstkosten akquiriert hatte, wie es bei Siemens heißt. Zudem stieß die Konzernrevision auf Ungereimtheiten im Zusammenhang mit Geschäftspartnern des Unternehmens. Danach sollen VA-Tech-Manager, so der Siemens-Vorwurf, unter anderem Verträge im Dienstleistungsbereich mit familiär verbundenen Unternehmen abgeschlossen haben. Siemens-Anwälte erwägen daher laut Spiegel inzwischen eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe gegen ausgeschiedene Führungskräfte. Die Betroffenen bestreiten jede Form von anrüchigen Geschäftspraktiken. (cp)