"Multimedialer Alleskönner" von Aldi im Kurztest

Aldi Nord bietet am heutigen 14. Dezember die zweite Auflage des Medion Digitainer in seinen Filialen an. heise online hat den "multimedialen Alleskönner" unter die Lupe genommen.

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Aldi Nord bietet am heutigen 14. Dezember die zweite Auflage des Medion Digitainer in seinen Filialen an. heise online hat den "multimedialen Alleskönner" in einem Kurztest unter die Lupe genommen. Die augenfälligste Änderung gegenüber dem Vorgängermodell ist die ausgetauschte Frontblende. Das vormals kantige Design musste einer abgerundeten Blende weichen, die einen klobigen Eindruck vermittelt und deren Verarbeitung billig wirkt. Dort, wo man ein Info-Display erwarten würde, findet sich eine Klappe, hinter der sich die Frontanschlüsse verbergen.

Prozessor (Celeron mit 850 MHz), Speicherausbau (256 MByte DDR-RAM), DVD-Brenner (ein inzwischen völlig veralteter Pioneer DVR106DB) und Festplattenkapazität (200 GByte, Seagate ST3200826ACE) entsprechen denen des Vorgängers, auch das Mainboard dürfte nahezu identisch sein. Einer der im vergangenen Jahr unbestückten PCI-Slots trägt nun eine DVB-S-Karte von Medion mit einem Tuner, bei der installierten Analog-TV-Karte handelt es weiterhin um eine KNC One TV Station DVR. PS/2-Anschlüsse und eine Netzwerkschnittstelle fehlen wie schon beim Vorjahresmodell. Letztere ließe sich per Einsteckkarte grundsätzlich nachrüsten, denn ein PCI-Steckplatz wäre noch frei. Da das mit Windows XP Embedded betriebene Gerät jedoch keine Treiberinstallation zulässt, würde das wenig helfen.

Das grau in grau gehaltene Menüsystem des geschlossenen Systems reagiert recht träge auf die Eingaben der beiliegenden Funkfernbedienung mit integrierter Scroll-Walze. Auch die Kanalumschaltzeiten bei DVB-Betrieb fallen mit rund drei Sekunden recht lang aus.

Im Analogbetrieb bezieht der Digitainer wie gehabt Programminformationen via NexTView. Im Satellitenbetrieb wertet er EIT-Daten aus. Die TV-Hinweise fasst der Digitainer senderweise zusammen, präsentiert im On Screen Display aber auch Kurzinfos zur laufenden und kommenden Sendung.

Während man im Analogbetrieb durch eine Weiche oder ein zweites Antennenkabel problemlos einen Sender aufzeichnen und einen weiteren am TV-Gerät schauen kann, funktioniert das bei Verwendung der DVB-S-Karte nicht. Zeichnet der Digitainer bereits eine Sendung auf, benötigt man einen zweiten Receiver sowie einen freien LNB an der Satellitenanlage, um einen weiteren Sender schauen zu können. Nicht einmal das Umschalten innerhalb eines DVB-Bouquets war bei laufender Aufnahme möglich.

Das Radio-Menü fühlt sich nur für den UKW-Tuner mit RDS-Funktion zuständig. Satelliten-Radiosender finden sich in der TV-Senderliste wieder. Damit ist der Digitainer in guter Gesellschaft: Die Windows XP Media Center Edition verfährt mit gefundenen DVB-T-Radiosendern analog.

Fazit

Über das überarbeitete Design des Digitainer lässt sich trefflich streiten. Für die 500 Euro bekommt man zwar ein durchaus wohnzimmertaugliches System, das jedoch mit Ausnahme der Festplatte auf weitgehend veraltete Komponenten setzt – manch einer mag das Gerät vielleicht als Bastelplattform für einen eigenen leisen Media Center PC ins Auge fassen. Allerdings sind die Audiomesswerte – in etwa auf dem Niveau des Vorgängers – für die Analogausgänge wenig überzeugend. Unglücklich ist, dass der Digitainer nur über eine DVB-S-Karte verfügt, die zudem lediglich für den Empfang von unverschlüsselt ausgestrahlten Sendern taugt.

Für die Produktkategorie unverständlich bleibt, warum Aldi/Medion weiterhin die Netzwerkschnittstelle einspart, denn spätstens bei der Wiedergabe oder dem Speichern von Audio-CDs wäre eine Anbindung an eine Internet-Datenbank wünschenswert, zudem könnte man so auf Audio- und Videodaten im heimischen LAN oder andere Internetdienste wie Medions Musikkaufportal oder Aldis Fotodruckservice zugreifen.

Hersteller Medion AG
Abmessungen 42 cm × 14,4 cm × 34,5 cm
TV-Empfang Analoger Kabel-Tuner / DVB-S-Tuner
Video-Ausgänge VGA, Composite, S-Video, Scart
Video-Eingänge Front: Composite, S-Video
Rückseite: Composite, S-Video
Audio-Eingänge Front: Cinch, 3,5mm Klinke, Mikrofon
Rückseite: Cinch
Audio-Ausgänge Front: Kopfhörer 3,5mm
Rückseite: 6 × Cinch, 2 × digital (optisch, koaxial)
Schnittstellen Front 2 × USB 2.0, 2 × FireWire, Kartenleser (SD, MMC, CF (I+II), MemoryStick, Smart Media)
Rückseite: 2 × USB 2.0, RS-232
Klirrfaktor/Störabstand 0,046 % / 81,1 dB(A)
Geräuschmessungen 22,9 dB(A) / 0,34 Sone (Ruhezustand)
23,1 dB(A) / 0,37 Sone (während Aufnahme)
37,3 dB(A) / 2,3 Sone (DVD-Wiedergabe)
Preis 499 Euro


(vza)