Pay-TV-Gruppe BSkyB übernimmt Computer-Pionier Amstrad
In Deutschland machte sich Amstrad vor allem wegen seines Colour Personal Computer (CPC) einen Namen, der in den 80er-Jahren in Lizenz von Schneider vertrieben wurde. Heute ist das Unternehmen auf die Entwicklung von Set-Top-Boxen spezialisiert.
Die britische BSkyB-Gruppe, größter Pay-TV-Anbieter in Großbritannien, will einen ihrer bisherigen Hauptlieferanten von Set-Top-Boxen übernehmen. Die BSkyB-Tochter Sky Digital Supplies biete den Eignern von Amstrad PLC insgesamt 125 Millionen Pfund (185 Millionen Euro), teilten die beteiligten Unternehmen mit. Amstrad generiert rund 75 Prozent seiner Umsätze über BSkyB-Aufträge und zeichnet für knapp ein Drittel der von der Pay-TV-Gruppe abgesetzten Set-Top-Boxen verantwortlich. Weitere aktuelle Amstrad-Produkte sind E-Mail-fähige Bildtelefone und Hifi-Geräte.
Hierzulande machte sich Amstrad vor allem wegen seines Colour Personal Computer (CPC) einen Namen, der in den 80er-Jahren auch in Lizenz von Schneider vertrieben wurde. Der CPC464, ein Konkurrent des Commodore C64, wurde 1985 zum Computer des Jahres gekürt. Amstrad-Gründer Sir Alan Michael Sugar, dessen Initialen die ersten drei Buchstaben des Firmennamens begründen (trad steht für Trading), ist derzeit noch Mehrheitsaktionär und Chef des Unternehmens. Im Jahr 2000 wurde der zu den hundert reichsten Briten zählende Unternehmer zum Ritter geschlagen.
BSkyB wird von James Murdoch geführt, dem Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, der über seine News Corporation etwas mehr als ein Drittel an BSkyB hält und Vorsitzender des Aufsichtsrats ist. Zur News Corporation gehören außer unzähligen Tageszeitungen und Fernsehsendern inzwischen auch das Social-Community-Portal MySpace und mehrheitlich der Berliner Klingelton-Anbieter Jamba. Für rund 5 Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro) übernimmt Murdoch jetzt das US-amerikanische Verlagshaus Dow Jones, das unter anderem das renommierte Wall Street Journal herausgibt. (pmz)