T-Mobile-Töchter auf Brautschau in UK und USA
Der Finanzchef der Telekom schließt Wertberichtigungen bei der britischen Mobilfunktochter nicht aus. Er lässt offen, ob die US-Tochter allein oder mit mit einem Partner an der Auktion von Mobilfunk-Spektrum in den USA teilnimmt, so die Börsenzeitung.
Nach dem fehlgeschlagenen Übernahmversuch des britischen Mobilfunkkonzerns O2 durch Telekom und KPN vom August, der stattdessen von Telefonica geschluckt wurde, sucht die Deutsche Telekom weiterhin Verstärkung für ihre britische Mobilfunktochter T-Mobile UK. Dies erklärte Finanzchef Karl-Gerhard Eick in einem Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Die Telekom prüfe "weitere Optionen zur Stärkung des Geschäfts". Der ohnehin wettbewerbsintensive britische Markt sei nach der Akquisition von O2 durch die spanische Telefonica erneut schwieriger geworden. Eick räumte dem Bericht zufolge ein, dass er einen möglichen Wertberichtigungsbedarf bei T-Mobile UK nicht ausschließt. Der "Impairmenttest" für diese Firma werde erst zum Jahresende abgeschlossen – dabei handelt es sich um eine Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen, die eine Wertberichtigung nach sich ziehen kann.
Für die im kommenden Jahr in den USA anstehende Auktion für neue Mobilfunklizenzen hat die Telekom dem Bericht zufolge noch keinen Partner gefunden. Der Finanzchef der Telekom will jedoch nicht ausschließen, dass die Telekom dort noch eine Kooperation eingeht. Dabei müsse es sich nicht zwingenderweise um ein Mobilfunkunternehmen handeln. Von einem möglichen Partner dürfte letztlich auch die Höhe des maximalen Gebots in der Versteigerung abhängen – Eick wollte sich dabei nicht auf eine Zahl festlegen.
Auch bei T-Systems schaut sich die Telekom nach der Übernahme von Gedas "weitere Optionen in Europa" an, die eine bessere Positionierung des Unternehmens "im IT-Umfeld" ermöglichen würden. Eick hofft nach wie vor auf eine Eintragung der Fusion mit T-Online per Ende 2005. Er setzt dabei auf das Oberlandesgericht Frankfurt als Beschwerdeinstanz gegen die Entscheidung des Darmstädter Landgerichts. Angesichts der Vielzahl der Kläger biete sich der Gedanke an einen Vergleich für die Telekom nicht an. Allerdings müsse man sich immer auf "Vergleichsvorschläge, etwa des Gerichts, einstellen, sagte Eick der Fachzeitung. Mit Nachdruck wehrte sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende gegen eine von der EU gewollte Regulierung des von der Telekom geplanten neuen Glasfasernetzes. (ssu)