Nvidia mit neuen integrierten Chipsätzen für AMD-Prozessoren

Nvidia hat drei neue Mainboard-Chipsätze mit integrierter Grafik vorgestellt; zwei davon eignen sich eher zum Aufbau von günstigen Boards für AMD-Prozessoren, der andere segelt unter dem im professionellen Grafikumfeld bekannten Namen Quadro.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Ohne großes Trara wie bei anderen Neuvorstellungen hat Nvidia drei neue Mainboard-Chipsätze vorgestellt. Sie enthalten einen Grafikkern und eignen sich für AMDs moderne Prozessoren. Für den Aufbau von günstigen Mainboards sind wohl der "GeForce 6100 und nForce 405" sowie der "GeForce 6100 und nForce 400" gedacht, während der "Quadro NVS 210S und nForce 430" eher auf PCs zielt, die der vor rund einem Jahr gestarteten "Commercial Stable Image Platform" (CSIP) entsprechen.

Anders als die Namen der Lowend-Chipsätze "GeForce 6100 und nForce 405" und "GeForce 6100 und nForce 400" andeuten, handelt es sich bei den beiden aber nicht jeweils um ein Duo aus North- und Southbridge, sondern um ein 1-Chip-Design. Dies ist in der Chip- und Mainboard-Herstellung günstiger. Platinen mit den neuen Chipsätzen dürften daher preisgünstiger sein als solche mit den bereits seit Längerem erhältlichen Nvidia-Chipsätzen mit integriertem Grafikkern, etwa dem "GeForce 6100 und nForce 410", der sich aus zwei Integrated Graphics Processors (IGP) und Media and Communications Processor (MCP) genannten Bausteinen zusammensetzt. Beim Funktionsumfang ähneln die drei sich weitgehend; so bieten alle HD-Audio, 100 MBit LAN, acht USB-Ports, zwei PATA-Kanäle und ebenso viele SATA-II-Ports mit Unterstützung von RAID 0 und 1. Der auf dem NV44-Grafikchip des GeForce 6200 basierende Grafikkern beherrscht DirectX 9.0 und Pixel Shader 3.0; dabei läuft er mit 425 MHz und zwackt sich bis zu 128 MByte vom Arbeitsspeichers ab.

Bei der Anbindung von Grafik- oder anderen Steckkarten über PCI Express gibt es aber größere Unterschiede; der bekannte "GeForce 6100 und nForce 410" kann neben einem PCIe-x1-Slot noch eine PEG-Grafikkarte mit den bei PEG vorgesehenen sechzehn PCIe-Lanes anbinden. Bei "GeForce 6100 und nForce 405" stehen nur einmal acht Leitungen und zweimal eine PCIe-Lane zur Anbindung von Steckkarten zur Verfügung. Noch knapper gibt sich der "GeForce 6100 und nForce 405", der nur zwei PCIe-Lanes für ebenso viele Geräte bereitstellt.

DVI-Ausgänge lassen sich mit den drei Chipsätzen laut Nvidia nicht realisieren – das gelingt etwa mit dem bekannten "GeForce 6150 und nForce 430", der wohl eng mit dem Neuling "Quadro NVS 210S und nForce 430" verwandt zu sein scheint. So finden sich in der Tabelle mit dem Funktionsumfang der verschiedenen Chipsätze nur in zwei Zeilen Unterschiede: Der Quadro-Chip ist nur für Mainboards mit Sockel 939 und AM2 vorgesehen und eignet sich laut den Angaben ausschließlich für CPUs der Commercial Stable Image Platform.

Asrock hat mit dem AM2NF6G-VSTA bereits ein Mainboard mit dem "GeForce 6100 und nForce 405" vorgestellt. Zumeist dürften Mainboards mit den integrierten Chipsätzen weniger im Einzelhandel, sondern häufiger in Komplett-PCs zu finden sein – möglicherweise auch in den gerade vorgestellten Dell-Systemen mit AMD-Prozessoren. (thl)