US-Kartellwächter sieht keine Probleme bei iTunes
Für den Chef der Abteilung für Kartellaufsicht im US-Justizministerium gibt es keinen Grund, sich bei Apples Vormachtstellung mit iTunes und dem iPod einzumischen.
Im Streit um Apples Dominanz auf dem Markt für legale Musikdownloads, die digitale Rechteverwaltung (DRM) des iTunes-Stores und die Beschränkung der iTunes-Titel auf den iPod erhält der Computerkonzern weiter Unterstützung von Seiten der US-Regierung. Nach Meinung des obersten Kartellwächters des US-Justizministeriums (Department of Justice, DoJ), Thomas Barnett, sollten sich Regierungen und Behörden nicht in den Markt einmischen.
Damit richtet sich Barnett neben den Ängsten der Musikbranche vor Apples Marktmacht auch gegen die in Europa laut gewordene Kritik an Apples DRM und die verschiedenen Bemühungen von Verbraucherschützern, das Unternehmen zu einer Öffnung der im iTunes-Store verkauften Musik für andere Abspielgeräte zu drängen. Unter anderem in Norwegen und Deutschland hatten Organisationen Kritik an Apples Geschäftsmodell geäußert. Frankreich hatte eine weit reichende und immer noch heftig umstrittene Reform des Urheberrechts auf den Weg gebracht.
Barnett sagte im Rahmen eines Symposiums an der George Mason Universität bei Washington (D.C.), es gebe derzeit keine Untersuchung von Apples Aktivitäten. In den USA führen das DoJ und die Handelsaufsicht Anhörungen zu der Marktmacht einzelner Unternehmen durch. "Das Kartellrecht schützt den Wettbewerb, nicht die Wettbewerber", erklärte Barnett. Während ein Unternehmen mit Monopolstellung dem Wettbewerb schaden könne, sei schiere Größe nicht zwingend schädlich. Es bestehe die Gefahr, dass ein staatliches Vorgehen gegen solche Unternehmen die Entwicklung von Innovationen behindere.
Zwar sei es richtig, dass Musik aus dem iTunes-Store zunächst nur auf einem teuren iPod abgespielt werden könne. Doch durch die mögliche Konvertierung in das MP3-Format könnten die Titel auch auf anderen Geräten gehört werden, also könne man schwerlich von einer technischen Sperre sprechen. Zudem sei das Geschäftsmodell nicht verbraucherfeindlich. Apple gehe den umgekehrten Weg wie zum Beispiel die Druckerhersteller. Anstatt ein billiges Gerät später teuer befüllen zu müssen, eröffne der iPod die Möglichkeit – und nicht die Verpflichtung –, auch billige Musik einzukaufen. Der Preis von 99 Cent je Titel sei im Sinne der Verbraucher, ob die Musikindustrie das gut finde oder nicht. (vbr)