HP-Chef Hurd nimmt an Kongressanhörung teil

In der Spitzelaffäre bei HP rückt Konzernchef Mark Hurd zunehmend ins Blickfeld und will nun auch vor dem Kongress aussagen. Der Aktienkurs des Unternehmens gab nach Berichten um Hurds mögliche Verwicklung erstmals signifikant nach.

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  • dpa

Hewlett-Packard-Konzernchef Mark Hurd will an einer Kongressanhörung zur Bespitzelungs-Affäre bei dem zweitgrößten Computerkonzern der Welt teilnehmen. Hurd wusste nach US-Medienberichten angeblich mehr von den Bespitzelungsaktionen gegen Verwaltungsratsmitglieder und Journalisten als bisher bekannt war. Mit den Ermittlungen wollte HP herausfinden, welches Aufsichtsratsmitglied firmeninterne Informationen an die Presse weitergegeben hatte.

Die Anhörung des Unterausschusses für Überwachung und Untersuchungen des Energie- und Handelsausschusses des Repräsentantenhauses ist für kommenden Donnerstag angesetzt. Zuvor hatte bereits die Aufsichtsratsvorsitzende Patricia Dunn, die in erster Linie in der Kritik steht, ihre Teilnahme zugesagt. Es laufen auch Untersuchungen des Generalstaatsanwalts von Kalifornien und der amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC, die Unterlagen von Hewlett-Packard angefordert hat.

Das Angebot zur Teilnahme Hurds an der Anhörung gab das Unternehmen am gestrigen Donnerstag nach Börsenschluss bekannt. Vorher waren die Hewlett-Packard-Aktien um 5,2 Prozent auf 34,87 US-Dollar abgesackt. Die HP-Papiere waren bis zum Bekanntwerden des Skandals innerhalb von elf Monaten um 46 Prozent auf ein Zwölfmonatshoch von 37,25 Dollar gestiegen. Hurd hatte Hewlett-Packard nach seinem Amtsantritt vor knapp eineinhalb Jahren auf Vordermann gebracht und die Gewinne und Umsätze deutlich erhöht. Dadurch war der Aktienkurs in die Höhe geschossen.

Hurd will in einer für den heutigen Freitag angekündigten Pressekonferenz zu der Affäre Stellung nehmen. Bisher hatte sich der Skandal auf die Aufsichtsratsvorsitzende Dunn konzentriert, die die Untersuchungen angeordnet hatte. HP hatte kürzlich angesichts der immer härteren Kritik angekündigt, dass Dunn Anfang 2007 als Aufsichtsratsvorsitzende zurücktreten werde. Konzernchef Hurd soll diese Position in Personalunion mitübernehmen. Dunn soll aber Mitglied des Aufsichtsgremiums bleiben. Die Berichte, denen zufolge Hurd mehr von den Untersuchungen wusste als bisher bekannt, haben die Wall Street stark verunsichert.

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(dpa) / (vbr)