Ă–sterreichischer Automobilclub testet Navigationsdaten

Ein Navigationsgerät kann nur so gut sein wie das Kartenmaterial, mit dem es arbeitet. Das hat der österreichische Automobilclub ÖAMTC nun erstmals getestet. Mobilnavis kommen dabei nicht besonders gut weg

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2. August 2012 – Navigationsgeräte sind für viele Fahrer zu unentbehrlichen Orientierungshelfern geworden. Die Technik ist mittlerweile bei allen Herstellern auf hohem Niveau, allerdings kann ein solches Gerät nur so gut sein wie das Kartenmaterial, mit dem es arbeitet. Nun hat der österreichische Automobilclub ÖAMTC erstmals auch das Kartenmaterial der Navigationsgeräte getestet.

Bei einem Vergleich der Karten der Hersteller TeleAtlas (Marke: TomTom) und Navteq (unter anderem für Garmin-Geräte) mit dem Online-Angebot Google Maps zeigt sich, dass die Karten der Google-Navigation wesentlich genauer sind. Mit dem Kartenmaterial von TeleAtlas wurden nur 25 Prozent der Testadressen punktgenau gefunden, bei Navteq waren es 55 Prozent. In Google Maps waren hingegen rund 85 Prozent der Anschriften richtig verzeichnet und exakt aufzufinden.

Ă–sterreichischer Automobilclub testet Navigationsdaten (5 Bilder)

Garmin 860

Für viele Autofahrer ist ein Navigationsgerät wie dieses Garmin 860 zum unentbehrlichen Helfer geworden.

Hinzu kommt, dass viele Daten, wie etwa bereits abgeschlossene oder erst kürzlich begonnene Baustellen nicht aktuell sind. Zusätzlich irreführend wirkt sich dabei das Datum aus, mit dem die Karten in der Regel versehen sind. Der Benutzer erwartet, dass alle zu diesem Stichtag relevanten Änderungen in der Karte berücksichtigt sind. Tatsächlich aber enthalten Neuauflagen fast nie eine vollständige Überarbeitung der Daten. Vor allem die Datenpflege lässt zu wünschen übrig.

Die Erkenntnisse des Automobilclubs sind vor allem deswegen bemerkenswert, weil Google Maps mittlerweile eine starke Konkurrenz für die Anbieter von Navigationsgeräten ist. Google stellt Maps und die darauf aufbauende Google Navigation als kostenlose App für alle Smartphone-Plattformen zur Verfügung. Mit einem derart aufgerüsteten Telefon kann man also prima navigieren und bekommt die Zusatzfunktionen “Street View” und die Echtzeit-Verkehrsflussanzeige gleich noch obendrauf. Das mangelhafte Kartenmaterial wäre also nicht einmal der einzige Grund, das System gleich ganz zu wechseln – schlechte Karten also für TeleAtlas und Navteq. (fpi)