Alcatel-Lucent stellt sich neu auf
Zum Jahreswechsel gibt sich der angeschlagene NetzausrĂĽster eine neue Unternehmensstruktur. Die bisher regional organisierten Vertriebs- und Produkteinheiten werden in globalen Sparten zusammengefasst.
Der angeschlagene Netzausrüster Alcatel-Lucent stellt sich im Rahmen des im Sommer angekündigten Sparprogramms mit einer weitreichenden Umstrukturierung neu auf. Das Unternehmen bündelt die bisher regional organisierten Einheiten Produktion und Vertrieb sowie die Verwaltung in global ausgerichteten Sparten. "Mit der neuen Struktur wollen wir Alcatel-Lucents Stellung bei wichtigen Telekommunikationsprodukten und Dienstleistungen stärken", erklärte CEO Ben Verwaayen in einer Mitteilung des Unternehmens vom Montag.
Finanzchef Paul Tofano wird im Zuge der Umstrukturierung zusätzlich als COO die Verantwortung für das operative Geschäft übernehmen. An der Spitze des neuen globalen Vertriebs steht der bisherige US-Chef Robert Vrij. Stephen Carter wird neben dem Dienstleistungsgeschäft auch das Marketing leiten sowie die Durchführung des Sparprogramms überwachen. Die globale Netzwerksparte fasst die bisherigen regionalen Geschäftsbereiche zusammen, ihr soll Philippe Keryer vorstehen. Die Umstrukturierung soll zum Jahreswechsel vollzogen werden.
Die neue Struktur soll dem Unternehmen dabei helfen, bis Ende 2013 Kosten in Höhe von insgesamt 1,25 Milliarden Euro einzusparen. Alcatel-Lucent hatte das Sparprogramm Ende Juli angekündigt. Der Netzwerkausrüster will dabei 5000 Stellen abbauen. Verwaayen versucht seit Jahren, das Unternehmen mit Kostensenkungen in Form zu bringen. 2011 war ihm erstmals seit sechs Jahren wieder ein Jahresüberschuss gelungen. Im zweiten Quartal 2012 war das Unternehmen allerdings erneut in die roten Zahlen geraten und hatte einen Verlust von 254 Millionen Euro ausgewiesen.
Zu schaffen macht Alcatel-Lucent der harte Konkurrenzkampf in der Telekombranche und die sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten. Besonders in Europa halten sich Telekomunternehmen mit Aufträgen zum Netzausbau zurück. In der Netzausrüsterbranche werden die Franzosen zwischen dem schwedischen Marktführer Ericsson und chinesischen Günstiganbietern wie Huawei und ZTE in die Zange genommen. (vbr)