Genforscher Venter veröffentlicht persönliches Genom

Bei Venters Erbgut wurden erstmals die Sequenz-Unterschiede zwischen beiden elterlichen Chromosomensätzen bestimmt, die nach ersten Ergebnissen größer sind, als bisher angenommen.

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Craig Venter hat es schon immer verstanden, seine Forschungsergebnisse öffentlichkeitswirksam zu publizieren. Der prominente Genforscher hatte im Februar 2001 mit seinem Unternehmen Celera Genomics das internationale Humangenomprojekt überholt und als Erster eine weitgehend vollständige menschliche DNA-Sequenz veröffentlicht.

Jetzt hat der Genpionier seinen nächsten Medien-Coup gelandet: Er ließ sein persönliches Genom vom eigenen J. Craig Venter Institute entziffern und die Ergebnisse im Online-Magazin PloS Biology veröffentlichen. Damit ist er nach James Watson zwar nur der zweite Mensch, dessen DNA-vollständig ausgelesen wurde – doch bei Venters Erbgut wurden erstmals die Sequenz-Unterschiede zwischen beiden elterlichen Chromosomensätzen bestimmt, die nach ersten Ergebnissen größer sind, als bisher angenommen. Diese Unterschiede lassen Schlüsse auf die Erbgut-Variationen von Mensch zu Mensch zu.

Erstes Ergebnis: Wir sind offenbar unterschiedlicher als bislang gedacht. Die Variationen von Mensch zu Mensch sind wesentlich höher, als es das Humangenomprojekt, das die Gene mehrerer Personen zusammenfasste, ergeben hatte. "Sie könnte sogar bis zu zehn Mal höher liegen, als wir es aus dem Genom des Jahres 2001 geschlossen hatten", sagte Venter im Interview mit der Online-Ausgabe des Technologiemagazins Technology Review. Es sein schon ein "beruhigendes Gefühl", dass die Menschen beileibe nicht derart identische Klone seien, wie man dies vor sieben Jahren angenommen habe.

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(bsc)