Facebook öffnet sich für Suchmaschinen-Spider
Die beliebte Community öffnet sich nach außen: Ab sofort können auch Nicht-Mitglieder in den Profilen suchen, in einigen Monaten soll dann auch der Google-Spider Zutritt erhalten.
Mitglieder der US-Community Facebook werden künftig mehr in der Öffentlichkeit stehen, als sie das von der bisher weitgehend geschlossenen Gesellschaft gewohnt sind. Die Betreiber haben eine neue Suchfunktion eingeführt, mit der auch Nicht-Mitglieder in den Profilen der Teilnehmer suchen können. Die Ergebnisse sollen allerdings nur ein Teil der Daten umfassen, die Mitglieder zu Gesicht bekommen. Jedes Mitglied, so heißt es in einem Blog-Eintrag des Unternehmens, werden mit ihren persönlichen Einstellungen über den gewünschten Grad der Öffentlichkeit selbst entscheiden können.
Deshalb wollen die Betreiber auch noch einige Zeit warten, bis die Schleusen auch für Suchmaschinen geöffnet werden. Bevor sich die Spider von Google und Konsorten "in ein paar Wochen" über die Profile hermachen dürfen, sollen die Mitglieder in Ruhe ihre Einstellungen zur Privatsphäre vornehmen können. Dass Facebook hier so behutsam wie möglich vorzugehen versucht, liegt an einschlägigen Erfahrungen mit einer in Sachen Privatsphäre sehr sensiblen Nutzerschaft. Nach abrupt eingeführten neuen Diensten musste das Unternehmen im vergangenen Jahr nach massiven Protesten zurückrudern und den Nutzern mehr Kontrolle über die Privatsphäre betreffende Features geben. Zuletz hatte Facebook eine Programmierschnittstelle veröffentlicht, die Nutzern oder Drittanbietern die Erstellung eigener Anwendungen erlaubt.
Beobachter beurteilen die neue Transparenz durchaus skeptisch. Einer der Pluspunkte von Facebook war gerade die Abgeschlossenheit und die Beschränkung auf Studenten, die aber inzwischen auch gefallen ist. Zwar ist die Veröffentlichung der Profile auf Wunsch bei anderen Portalen durchaus üblich und nicht unbedingt ein Problem, doch könnte sich die bisher ungestörte Facebook-Community an der neuen Öffentlichkeit stören. Auf der anderen Seite muss Facebook auch Einnahmen erzielen und will das unter anderem mit Werbung, zurzeit vermarktet von Microsoft. Die lässt sich besser verkaufen, je mehr Verkehr eine Seite anzieht. Ein paar mehr Besucher über Google, die nach der oder dem Ex vom College suchen, können da helfen. (vbr)