MPU soll reformiert werden

Die “Medizinisch-Psychologische Untersuchung" (MPU) ist für viele Betroffene ein Ärgernis. Um möglicher Willkür Einhalt zu gebieten, soll die MPU reformiert werden, wie das Bundesverkehrsministerium bekannt gab

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Die “Medizinisch-Psychologische Untersuchung" (MPU) ist für viele Betroffene ein Ärgernis. Sie beklagen die Verständlichkeit der Aufgaben und vermuten sogar Fangfragen. Das Problem: Die Methoden und Fragen der MPU sind nicht einheitlich geregelt, zudem ist das Gespräch mit dem Psychologen oft zu schematisch und zu kurz, um den Verkehrsteilnehmer angemessen zu beurteilen. Andererseits sind die Untersuchungen ein gutes Geschäft für TÜV, Dekra und 13 weitere Träger.

Reaktionstestgerät im Einsatz bei einer MPU

(Bild: TÜV Süd)

Um möglicher Willkür Einhalt zu gebieten, soll die MPU erneut reformiert werden, wie das Bundesverkehrsministerium bekannt gab. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) fordert schärfere Kontrollen der Prüfungsabläufe auf unzulässige Methoden und Fragestellungen durch die Bundesanstalt für Straßenwesen. Bis eine Neuregelung erreicht sei, wolle Ramsauer ein Online-Portal einrichten, das die Möglichkeit zur Beschwerden bietet. Auf diesem Weg sollen Betroffene gegen ihrer Meinung nach willkürliche Testergebnisse vorgehen können. Damit greift das Ministerium Anregungen des ADAC auf.

Die MPU gliedert sich in drei Teile: in einen medizinischen Check, einen Leistungstest am Computer und in ein psychologisches Gespräch. Im Jahre 2011 wurden insgesamt 99.265 MPU-Tests durchgeführt. Wie die Bundesanstalt berichtete, sei dabei jeder zweite „Idiotentest“ auf Alkohol-Auffälligkeit zurückzuführen gewesen, jede fünfte Prüfung auf Drogen- oder Medikamentenkonsum. Acht Prozent der MPUs hatten einen strafrechtlichen Hintergrund. Ein Test kostet durchschnittlich 750 Euro. (fpi)