Meraki will San Francisco mit Mesh-WLAN überziehen
Bürger sollen die Vernetzung dank kostenloser Router selbst in die Hand nehmen, plant das unter anderem von Google und Sequoia Capital finanzierte Unternehmen.
In den mittlerweile drei Jahre andauernden Kampf um die Versorgung der kalifornischen Metropole San Francisco mit einem stadtweiten kostenlosen WLAN-Netz ist Bewegung gekommen. Wie das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe meldet, will nun das US-Start-up Meraki Networks das drahtlose Internet "von unten" aufbauen. Dazu verteilte die unter anderem von Google und Sequoia Capital finanzierte Firma in den vergangenen Monaten vorerst 200 kostenlose WLAN-Router, deren Technik Meraki selbst entwickelt hat.
Das Projekt namens "Free the Net" könnte bald auf mehrere tausend Router ausgedehnt werden, um größere Flächen der Stadt abzudecken. Meraki setzt dabei auf ein so genanntes Mesh-Netzwerk – eine vermaschte Struktur, bei der zahlreiche WLAN-Komponenten ein Netz bilden, das einen oder mehrere Ausgangspunkte zum Internet hat. Die dezentrale Lösung erlaubt es etwa Nutzern mit DSL-Anschluss, diesen an andere Menschen weiterzuverteilen.
Noch ist allerdings unklar, ob Meraki mit der Technik tatsächlich eine ganze Großstadt abdecken kann – erprobt wurde der Ansatz bislang nur im kleineren Rahmen. Francisco soll für die Firma aus dem kalifornischen Mountain View nun eine Testumgebung werden, die die Frage beantwortet, ob sich ein nutzergetriebenes, vermaschtes Netzwerk auch in einer größeren Metropole implementieren lässt. "Wir wollen herausfinden, wie viele Installationen wir dafür brauchen. Und wir warten nicht darauf, bis die Stadt darüber abgestimmt hat", sagte Meraki-Firmenchef Sanjit Biswas.
In San Francisco wurde ein stadtweites WLAN-Projekt schon vor Jahren geplant, bislang aber nicht umgesetzt. Zunächst hatte es politische Komplikationen gegeben und der große US-Provider EarthLink zuletzt angekündigt, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, das er zusammen mit der Suchmaschine Google betreiben wollte. Beide Partner wollten WLAN-Basisstationen auf Straßenlaternen aufbauen und so das Stadtgebiet versorgen. Das Netz sollte sich über Google-Anzeigen finanzieren; für zahlende Nutzer (20 Dollar im Monat) war außerdem mehr Bandbreite und Werbefreiheit geplant.
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(bsc)