Volvo: Stau-Assistent kommt 2014

Bislang muss der Fahrer im Stop-and-Go-Verkehr immer aufmerksam bleiben, um die Lücke zum Vordermann weder zu klein noch zu groß werden zu lassen. Volvo arbeitet an einem System, das einem genau diese Aufgabe abnehmen soll

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Köln, 24. Oktober 2012 – Staus sind nicht nur lästig, weil sie den eigenen Vorwärtsdrang behindern, sondern auch, weil der Fahrer im Stop-and-Go-Verkehr immer aufmerksam bleiben muss, um die Lücke zum Vordermann weder zu klein noch zu groß werden zu lassen. Volvo arbeitet an einem System, das einem genau diese Aufgabe abnehmen soll.

Der nun vorgestellte Stau-Assistent gibt selbstständig Gas, bremst ab und hält das Auto durch Lenkeingriffe in der Spur. Möglich wird das durch eine Zusammenarbeit des Spurhalteassistenten und des Abstandsradars. So soll der Abstand zum Vordermann konstant bleiben. Der Stau-Assistent funktioniert dabei ohne Car-to-Car-Kommunikation, ist also mit anderen Autos in seiner Umgebung nicht vernetzt. Das Ziel ist nicht ein vollkommen autonomes Fahren, bei dem sich der Fahrer in aller Ruhe anderen Dingen zuwenden kann, sondern eine Entlastung im Stau, wie uns Volvo auf Nachfrage mitteilt. Deswegen gibt es auch keine Pläne, die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, bis zu der das System derzeit arbeitet, anzuheben. Der Stau-Assistent soll 2014 in Serie gehen. Er wird ein Teil der neuen skalierbaren Plattform-Architektur SPA sein, die wahrscheinlich im nächsten Volvo XC90 debütiert.

Volvo: Stau-Assistent kommt 2014 (6 Bilder)

Volvo will 2014 einen neuen Stau-Assistenten in Serie bringen. (alle Bilder: Volvo)

Die Weiterentwicklung der Abstands- und Spurhalte-Techniken ist nicht mit dem Sartre-Projekt zu verwechseln, das autonomes Fahren möglich macht. Dort setzt man auf eine Vernetzung der beteiligten Fahrzeuge über Wlan. Das Führungsfahrzeug, im Fall von Sartre ein Lkw, gibt Beschleunigungs- und Lenkbefehle vor, die folgenden Autos setzten diese nahezu verzögerungsfrei um. Das funktioniert in der Theorie auch bei Tempo 200, wie uns Volvo versichert, wobei das natürlich nicht das Ziel sei. Schließlich sollen durch den geringen Abstand zwischen den Autos der Luftwiderstand und somit auch der Verbrauch sinken. Da in den meisten Ländern ohnehin ein Tempolimit herrscht, würde eine maximale Geschwindigkeit von rund 130 km/h vermutlich schon ausreichen.

Bis es soweit ist, dürfte aber noch geraume Zeit vergehen, denn Hersteller wie Volvo kämpfen nicht nur mit technischen Hürden und den Bedenken der Kunden, sondern auch mit unterschiedlichen Gesetzgebungen. „Wir unterstützen Bestrebungen, das Testen autonomer Systeme rechtssicher zu machen, und suchen dabei eine konstruktive Zusammenarbeit mit den politischen Entscheidungsträgern“, sagte Peter Mertens, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung bei Volvo. Der schwedische Autobauer hat vor allem Bedenken bei einzelstaatlichen Regelungen, die gerade auf dem wichtigen amerikanischen Markt zu einem Wirrwarr an verschiedenen Gesetzen und Regeln führt. (mfz)