Flotter Flachbau: der Mini Paceman

Was soll der denn? Wie praktisch, dass das Marketing schon eine Antwort parat hält: Der Mini Paceman ist das "erste Sports Activity Coupé im Premium-Segment der Klein- und Kompaktfahrzeuge. Wir haben ihn ausgeführt

vorlesen Druckansicht 9 Kommentare lesen
Ein Mini Countryman? Nein, hier biegt der neue Paceman um die Ecke.
Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Import User
Inhaltsverzeichnis

Palma de Mallorca (Spanien), 10. November 2012 – Es gibt neue Modelle, bei denen man erstmal ins Grübeln kommt. Wozu soll das gut sein? Haben wir so etwas wirklich gebraucht? In diese Kategorie fällt auch der Mini Paceman. Wie praktisch, dass das Marketing schon eine Antwort parat hält: Der Paceman sei das "erste Sports Activity Coupé im Premium-Segment der Klein- und Kompaktfahrzeuge." Aha.

Ich folge lieber meinem persönlichen Eindruck und der sagt: eine dreitürige Ableitung des Countryman. Doch soviel sei Mini zugestanden: In seinem Format, nämlich 4,11 Meter Länge, gibt es für den Paceman in der Tat (noch) keine vergleichbare Konkurrenz. Noch am ähnlichsten wirkt der dreitürige Range Rover Evoque, doch er ist nicht nur 25 Zentimeter länger, sondern auch stärker und teurer. Zeit für einen ausgiebigen Blick auf den Mini Paceman: Dabei wollen wir jetzt nicht Geschmackspolizei spielen, das sei jedem selbst überlassen. Unsere Meinung: Der Paceman sieht in natura gar nicht so schlecht aus. Die obere und untere Kante der Fensterlinie ergänzen sich, hinzu kommen ausgeprägte hintere Radhäuser und völlig neue Heckleuchten. Letztere sind erstmals bei einem Mini horizontal ausgerichtet.

Flotter Flachbau: der Mini Paceman (29 Bilder)

Ein Mini Countryman? Nein, hier biegt der neue Paceman um die Ecke.

Bis zur A-Säule ist der Paceman unverkennbar ein Zwilling des fünftürigen Countryman, wie sich auch in den Abmessungen zeigt. Die Länge ist mit 4,11 Meter gleich, ebenso der Radstand von 2,59 Meter und die 1,78 Meter Breite. Den Unterschied macht die Höhe aus, hier verzichtet der Paceman auf gut vier Zentimeter und kommt auf 1,52 Meter. Beide Fahrzeuge werden übrigens bei Magna Steyr im österreichischen Graz gebaut. Falls jetzt jemand aufschreit, dass sieben Baureihen langsam mal reichen könnten: Sehr viel weniger waren es auch beim klassischen Mini nicht. Neben der Normalversion gab es ein Stufenheck, einen Kombi, einen Lieferwagen, einen Pick-up, den extrem offenen Mini Moke und in den 1990ern auch ein Cabrio. Nur eben nicht einen Mix aus SUV und Coupé. Vom Erfolg des Paceman gibt sich Mini jedenfalls überzeugt, ohne konkrete Absatzziele zu nennen. Nicht auszuschließen ist, dass der Paceman auch als Versuchsballon für ähnliche Versionen von BMW X1 und X3 dient.

Zurück zur Praxis. Wir öffnen die Türen, welche trotz des Coupé-Konzepts massive Scheibenrahmen aufweisen. Das Cockpit des Paceman wird jedem, der in einem Countryman saß, bekannt vorkommen. Die Materialauswahl stimmt, doch der riesige Zentraltacho und die relativ unsortierten Schalter gehen nicht gerade als ergonomische Meisterwerke durch. Immerhin befinden sich die Schalter der Fensterheber endlich dort, wo sie hingehören: in der Tür. Negativ für längere Fahrernaturen: Die schmale Windschutzscheibe lässt viele Ampeln aus dem Sichtfeld verschwinden und erfordert Verrenkungen des Kopfes. Serienmäßig nehmen Fahrer und Beifahrer auf bequemen Sportsitzen Platz, sie gleiten aber nicht zurück in ihre alte Position, wenn wir die Rückbank entern. Wobei "Bank" vielleicht etwas übertrieben ist, schließlich handelt es sich um zwei Einzelsitze, zwischen denen sich die so genannte "Center Rail" befindet. Die Sitzposition überrascht positiv: Auch bei einer Körperlänge von 1,88 Meter gibt es noch genügend Kopffreiheit, allerdings fällt der Beinraum recht knapp aus. Gleiches gilt für den Kofferraum, er ist mit 330 Liter um 20 Liter kleiner als das Abteil im Countryman. Bis zu 1080 Liter passen hinein, aber es lassen sich nur die hinteren Lehnen umlegen, wodurch eine unpraktische Schräge entsteht.