40 Parkhäuser im ADAC-Test
Der ADAC hat 40 Parkhäuser unter die Lupe genommen. Kein Kandidat erreichte ein "sehr gut", zwei fielen komplett durch. Die meisten Mängel ließen sich allerdings mit vergleichsweise geringem Einsatz beheben
München, 12. November 2012 – Enge Kurven, dunkle Ecken, zu kleine Parkplätze – viele Menschen befahren Parkhäuser eher ungern. Doch trotz meist hoher Gebühren werden sie in Innenstädten intensiv genutzt. Die Gründe dürften in fehlenden Alternativen und in der Bequemlichkeit vieler Autofahrer liegen – schließlich wurden die Parkhäuser bei der Planung moderner Einkaufszentren mit berücksichtigt. Der ADAC hat 40 Parkhäuser in zehn deutschen Städten getestet.
Die Tester haben die Parkhäuser mit einer Checkliste überprüft, die insgesamt 120 Punkte enthält. Die Ergebnisse werden in vier Kategorien zusammengefasst: Sicherheit (40 Prozent), Befahrbarkeit (30 Prozent), Benutzerfreundlichkeit (20 Prozent) und Tarif (10 Prozent). Unter den Punkt Sicherheit fallen zum Beispiel eine ausreichende Beleuchtung, Videoüberwachung und eine gute Erreichbarkeit von Notrufeinrichtungen. Einige Häuser scheitern auch in Jahr 2012 an Kriterien wie behindertengerechten Parkplätzen oder dem bargeldlosen Zahlen. Dass es bei einigen einen Pendelbalken zur Höhenkontrolle gibt, ist gut. Leider fehlt dem Höhen-Check in manchen Häusern eine Gummilippe, was doch einigermaßen sinnfrei ist. Denn ob das Auto vor oder erst in dem Parkhaus Kratzer auf dem Dach bekommt, dürfte den meisten Fahrern egal sein.
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Oft schränken Pfeiler die ohnehin geringe Parkplatzbreite zusätzlich ein, so wie hier im Testverlierer, dem neuen N6-Parkhaus in Mannheim. Dort waren die schmalsten Parkplätze gerade einmal 2,17 Meter breit.
Bekannte Mängel
Der Testsieger kommt aus Potsdam. Das Parkhaus Luisenplatz/Sanssouci besticht durch Übersichtlichkeit und Helligkeit, gute Beschilderung und schräg angeordnete, ausreichend breite Parkplätze. Doch auch hier gibt es Kritik: Keine Parkplätze für Eltern mit Kindern, zu wenige für Behinderte, Abrechnung nur im Stundentakt, Höhenkontrolle ohne Gummilippe. Die schlechteste Bewertung im Test bekommt das Parkhaus N6 aus Mannheim. Die Tester bemängelten unter anderem die zu enge Ein- und Ausfahrt und die schlechte Beleuchtung. Dazu kommen Parkplätze, die teilweise nur 2,17 Meter breit sind – da sind Dellen und Kratzer vorprogrammiert. Dass es in diesem Parkhaus nur einen einzigen Parkplatz für behinderte Menschen gibt, passt ins Bild.
Teure Ausfahrt
Von den 40 untersuchten Parkhäusern schnitten elf „gut“ ab, 19 schafften noch ein „ausreichend“, zwei wurden mit „sehr mangelhaft“ bewertet. Ein „sehr gut“ erreichte kein Parkhaus. Im Test fiel auf, dass das Baujahr kein Garant für eine gute Benotung ist. So zählt das Parkhaus „Dachauplatz“ in Regensburg zu den guten, obwohl es schon vor 40 Jahren eröffnet wurde. Zwölf Kandidaten haben nicht rund um die Uhr geöffnet, was nicht tragisch ist, wenn man auch außerhalb der Öffnungszeiten an sein Auto kommt. Die Betreiber der Parkhäuser Packhof und Schloss-Arkaden in Braunschweig, Jensendamm in Kiel und Regensburg Arcaden bieten diesen Service nicht. In der Königsgalerie in Duisburg, insgesamt mit „gut“ bewertet, kostet die Ausfahrt außerhalb der Öffnungszeiten stolze 50 Euro.
Die Preise schwanken recht stark. In einigen Parkhäusern ist die erste Stunde kostenlos, mehr als 2,40 Euro für eine Stunde verlangt aktuell keines der getesteten Häuser. Ausgerechnet der Testsieger ist bei einer längeren Parkdauer am günstigsten. Zwischen Montag und Samstag kann man dort für gerade einmal 2,50 Euro zehn Stunden lang parken. Dagegen kosten vier Stunden in Mainz und Kiel bis zu 9 Euro. Pfiffig ist dagegen die Idee, mit dem Parkticket auch gleich den ÖPNV nutzen zu können. Die Parkhäuser Dachauplatz und Tiefgarage am Theater in Regensburg und Taubertsberg in Mainz haben das schon umgesetzt. (mfz)